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Wuppertal verschenkt drei alte Schwebebahnen

Verkehr Wuppertal verschenkt drei alte Schwebebahnen

Die berühmte Schwebebahn in Wuppertal wird erneuert - was tun mit den alten Zügen, die seit mehr als 40 Jahren in luftiger Höhe durch die Stadt fahren? 21 Bahnen werden für 5000 Euro pro Stück angeboten.

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Seit mehr als 100 Jahren fährt die Schwebebahn zuverlässig durch Wuppertal. 2016 wird eine neue Fahrzeugflotte in Betrieb genommen.

Quelle: Oliver Berg

Wuppertal. Drei Exemplare wollen die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) verschenken - unter der Bedingung, dass die Bahnen in der Stadt bleiben und weiter sichtbar sind.

Die Schwebebahn fährt seit mehr als 100 Jahren und ist das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel der Industriestadt. 23 Millionen Menschen lassen sich jährlich damit in zwölf Metern Höhe befördern. "Die Leute hängen extrem dran", berichtete Ulrich Jaeger, Geschäftsführer WSW mobil.

An Ideen für die Nutzung mangelt es nicht. Zu Kantine und Besprechungsraum, Jugendtreff, Werbeträger oder Café wollen die Fans die 24 Meter langen, ausgemusterten Züge umwidmen. Auch eine Grundschule habe ein Auge darauf geworfen: "Die sammeln schon Geld", sagte der Nahverkehrs-Chef. Wer die Schwebebahnen schließlich geschenkt bekommt, darüber soll im Internet abgestimmt werden.

Das Konzept müsse in jeder Hinsicht tragfähig sein, erklären die Stadtwerke. Schließlich sind die Züge für den hängenden Betrieb gebaut. Am Boden muss der zehn Tonnen schwere Koloss auf einem eigenen Fundament stehen und braucht eine Baugenehmigung. Für den Transport müssen die 24 Meter langen Bahnen in drei Teile zerlegt, per Kran auf einen Tieflader gehievt und zum Bestimmungsort gebracht werden. Auch die Drehgestelle mit Rädern am Dach wiegen mehrere Tonnen und müssen abmontiert werden, wenn der Zug nicht hängt - sonst würde das Dach eingequetscht.

"Aber Sie schmeißen nicht alle Bahnen weg?", hört der ÖPNV-Chef immer wieder. Und tatsächlich, einen Joker haben die Wuppertaler im Ärmel. Denn ein Schwebebahn-Zug aus der 70er Baureihe soll möglichst erhalten bleiben - im originalen blau-orangen Design. Wenn das Geld dafür da ist.

Denn die Züge aus den 70ern bestehen aus Aluminium, das nun mal altert. Falls eine Bahn erhalten wird, muss sie mit viel Aufwand für die Technik der neuen Generation nachgerüstet werden. Einziger Sonderzug ist bislang der unverwüstliche "Kaiserwagen" aus Stahl und Holz, mit dem sich Wilhelm II. samt Gemahlin vor immerhin schon 115 Jahren durch das Tal der Wupper schaukeln ließ.

dpa

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