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Politik 16-Jährige Linda W. bereut Anschluss an IS
Nachrichten Politik 16-Jährige Linda W. bereut Anschluss an IS
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19:18 23.07.2017
Linda W. nach ihrer Gefangennahme in Mossul/Irak. Quelle: Screenshot RND/Twitter
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Dresden/Bagdad

Zugleich sagte die Schülerin aus Pulsnitz in Sachsen demnach zu, zu kooperieren. Linda W. war im Sommer 2016 verschwunden, kurz nachdem sie zum Islam konvertiert war. Sie soll über Internet-Chats mit IS-Anhängern in Kontakt gestanden haben. Dem Bericht zufolge wurde sie von einer Spezialeinheit der irakischen Armee in den Trümmern der früheren IS-Hochburg Stadt Mossul gefunden und verhaftet. Nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft wurde sie im Irak identifiziert und befand sich in konsularischer Betreuung. Weitere Angaben machte die Behörde zunächst nicht.

Vom Auswärtigen Amt gab es am Sonntag keine Auskunft zu dem Fall. Wie es mit dem Mädchen weitergeht, blieb zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft in Dresden hatte gegen sie wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt, die Ermittlungen wegen Abwesenheit des Mädchens aber eingestellt. Sollte sie wieder auftauchen, werden sie wieder aufgenommen.

„Ich will nach Hause zu meiner Familie“, sagte die 16-jährige dem Reporter des Recherchenetzwerks. „Ich will nur noch weg. Ich will weg aus dem Krieg, weg von den vielen Waffen, dem Lärm.“ Der Reporter beschreibt, dass eine Soldatin Linda W. bewacht, drei amerikanische Sanitäter sind bei ihr und der ermittelnde Staatsanwalt. „Es geht mir gut“, sagt sie, auch wenn sie am linken Oberschenkel eine Schusswunde hat. Das rechte Knie muss auch versorgt werden. Vermutlich wurde sie von einem Raketensplitter getroffen. „Das kommt von einem Hubschrauberangriff“, erzählt die 16-Jährige. Von einem Richter sei zunächst die Behandlung der Verletzungen von ihr und weiteren verhafteten Ausländerinnen angeordnet worden.

Von RND/dpa

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