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Politik 25.000 Menschen demonstrieren gegen die AfD
Nachrichten Politik 25.000 Menschen demonstrieren gegen die AfD
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08:33 28.05.2018
Gegendemonstranten am Spreeufer. Quelle: imago stock&people
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Berlin

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat am Sonntag in Berlin eine Demonstration der AfD begonnen. Vor dem Berliner Hauptbahnhof versammelten sich nach Polizeiangaben mehr als 5000 Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern. Die Anhänger der rechtspopulistischen Partei zogen anschließend zu weiteren Kundgebungen vor das Brandenburger Tor.

Der Demonstrationszug wurde von Tausenden Gegnern der rechtspopulitischen Partei begleitet. 13 Gegenveranstaltungen lockten rund 25.000 Menschen auf die Straßen, die gegen die AfD protestierten.

Rund 2000 Polizeibeamte sind in Berlin im Einsatz. Seit 12 Uhr demonstrieren AfD-Anhänger unter dem Motto „Zukunft für Deutschland“. Tausende Gegendemonstranten sind auf den Straßen der Hauptstadt. Die Bilder aus Berlin.

Mesut Özil ist „kein Deutscher“

Auf der AfD-Demo unter dem Motto „Zukunft für Deutschland“ wurden immer wieder Rufe gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Flüchtlinge und Ausländer laut. Führende Politiker warnten vor einer „Islamisierung“ Deutschlands. Bundesvorstandsmitglied Beatrix von Storch sagte: „Die Herrschaft dieses Islam in Deutschland ist nichts anderes als die Herrschaft des Bösen“. Über den Fußball-Nationalspieler Mesut Özil sagte sie: er sei „trotz seines deutschen Passes kein Deutscher“, weil er die Nationalhymne nicht singen wolle und sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen habe.

Die Gegendemonstranten versammelten sich bei bestem Sommerwetter an verschiedenen Punkten in der Stadt. Wie die Polizei mitteilte, beteiligten sich mehrere Tausend Menschen an der zentralen Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude, zu der das Berliner Bündnis gegen Rechts und die Initiative Aufstehen gegen Rassismus aufgerufen hatten.

Gegendemonstranten wollen „AfD wegbassen“

Eine „Glänzende Demonstration“ von Künstlern lief vom Weinbergspark über Unter den Linden zum Pariser Platz am Brandenburger Tor. Obwohl Linksautonome Blockaden angekündigt hatten, blieben die Proteste laut Polizei zunächst störungsfrei. Die Polizei war mit rund 2000 Beamten im Einsatz. Sie kündigte an, das Versammlungsrecht durchsetzen zu wollen - auch gegen die AfD-Gegner. „Die Versammlungsfreiheit steht allen zu“, sagte ein Polizeisprecher. Am Nachmittag sprachen die Beamten von einem weitestgehend störungsfreien Verlauf der Demonstrationen.

Ein von der Berliner Clubszene organisierter Umzug von rund 30 Musikwagen zog über die Siegessäule zur Straße des 17. Juni. „AfD wegbassen“ lautete das Motto der lautstarken Karawane, die sich teilweise entlang der Strecke der einstigen Berliner Loveparade bewegte.

Auch am Potsdamer Platz und in der Nähe des Hauptbahnhofs trafen sich Techno-Fans, um ihren Protest mit Musik lautstark zu äußern. Die Organisatoren sprachen von 10.000 Teilnehmern allein an der Straße des 17. Juni. Rund 20 Boote und Flöße waren auf der Spree unter lauter Elektromusik von Berlin-Friedrichshain in Richtung Hauptbahnhof gefahren.

Von RND/dpa/epd/MAZ

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