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Politik 430 Millionen Euro Nothilfe für den Kongo
Nachrichten Politik 430 Millionen Euro Nothilfe für den Kongo
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17:22 13.04.2018
Im Ort Kananga in der kongolesischen Krisenregion Kasai haben die Kinder dank Nahrungsmittel der UN gute Überlebenschancen. Quelle: dpa
Genf

Für mehr als zwei Millionen akut vom Hungertod bedrohte Kinder im zentralafrikanischen Kongo gibt es einen Lichtblick: bei der internationalen Geberkonferenz kamen mindestens 530 Millionen Dollar (gut 430 Millionen Euro) für die Nothilfe zusammen. Der Chef des UN-Nothilfebüros, Mark Lowcock, nannte die Summe am Freitag in Genf erfreulich, angesichts des Bedarfs sei es aber wenig.

13 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Nach UN-Angaben spielt sich im Kongo eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit ab. In einem Klima zunehmender Gewalt durch die ethnischen Konflikte seien 13 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, sagte Lowcock. Für dieses Jahr seien 1,7 Milliarden Dollar für humanitäre Zwecke nötig. Mit weniger als 50 Cent am Tag könnten Menschenleben gerettet werden. Weitere 500 Millionen Dollar braucht das UNHCR zur Unterstützung von Flüchtlingen.

Trotzdem werden nach UN-Angaben so wenig Hilfsgelder für Kongo zur Verfügung gestellt wie für keine andere Region. Das sagte der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, bei der Geberkonferenz. Zum Vergleich: Anfang April etwa waren für das Bürgerkriegsland Jemen bei einer ähnlichen Konferenz zwei Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) zusammengekommen. Im vergangenen Jahr hatten die Spender für Kongo lediglich etwas mehr als die Hälfte der benötigten Gelder zusammengebracht. Die Summe für dieses Jahr war zum Auftakt der Konferenz nur zu 13 Prozent gedeckt.

Regierung wirft Vereinten Nationen vor, die Probleme zu übertreiben

Die Regierung des Kongo sieht die Lage im eigenen Land allerdings nicht so ernst und boykottierte die Konferenz. Sie warf den Vereinten Nationen vor, die Probleme zu übertreiben. Mögliche Investoren würden so abgeschreckt. Man sei nun im Gespräch mit der Regierung, um Meinungsverschiedenheiten auszuräumen, sagte Lowcock.

Im Kongo kämpfen seit Jahrzehnten Milizen verschiedener Volksgruppen gegeneinander. In den vergangenen Jahren sind auch in den zuvor friedlichen Regionen Kasai und in der Ituri-Provinz Konflikte ausgebrochen. Die Lage sei komplex, sagte Grandi. Zwar seien 750.000 Kongolesen geflüchtet, gleichzeitig hielten sich aber 500.000 Flüchtlinge aus Nachbarländern im Kongo auf. Deshalb plädiere er dazu, mehr Geld für den Schutz der Menschen vor Gewalt, für Wiedereingliederungsprogramme von Rückkehrern und für die Ankurbelung der lokalen Wirtschaft zu spenden.

Von RND/dpa

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