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Politik 50 Tote befürchtet: Mann schießt in Schwulenclub um sich
Nachrichten Politik 50 Tote befürchtet: Mann schießt in Schwulenclub um sich
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16:55 12.06.2016
Ein Bewaffneter hat in einem amerikanischen Schwulenclub im Bundesstaat Florida bis zu 50 Menschen erschossen. Quelle: dpa
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Orlando

Ein Mann hat in einem Schwulenclub in Florida mindestens 20 Menschen erschossen. Nach Aussagen des Bürgermeisters der Stadt Orlando sollen bei der Schießerei sogar 50 Menschen gestorben sein, 53 seien demnach verletzt worden. Die Opfer wurden nach dem Blutbad in der Stadt in Krankenhäuser gebracht, wie der örtliche Polizeichef John Mina am Sonntag mitteilte. Der Schütze wurde etwa drei Stunden nach Beginn der Tragödie in einem Feuergefecht mit Polizisten getötet. Er hatte der Polizei zufolge zuvor Dutzende Geiseln genommen.

Ein Vertreter des US-Bundeskriminalamts FBI sagte, das Verbrechen werde als ein möglicher „Akt des Terrorismus“ untersucht. Dabei gehe es auch um etwaige Verbindungen zum islamischen Terrorismus, nichts werde ausgeschlossen: „Wir prüfen alle Aspekte.“  

Der Polizei zufolge hatte der Täter gegen 2.00 Uhr mit einer sturmgewehrähnlichen Waffe im Club „Pulse“ im Herzen der Stadt zu schießen begonnen. Zunächst habe sich ein einzelner Polizist mit ihm ein Feuergefecht geliefert, dann seien zwei weitere Beamte hinzugekommen. Einer von ihnen sei verletzt worden. Der Schütze habe dann Geiseln genommen. Die Polizei habe sich nach ungefähr drei Stunden zu einer gewaltsamen Befreiung entschieden.

Mina zufolge verschaffte sich die Polizei mit Hilfe eines Sprengsatzes Zugang. Der Täter sei in der Nähe einer Eingangstür gewesen und in einem Feuergefecht getötet worden. „Mindestens 30 Geiseln konnten durch die Aktion gerettet werden“, sagte Mina. Wie der Polizeichef weiter mitteilte, trug der Täter eine „verdächtige Vorrichtung“ am Körper, die untersucht werde.

Motiv noch unklar

Allem Anschein nach sei der Schütze „sehr gut organisiert und vorbereitet gewesen“. Der Täter von Orlando war nach übereinstimmenden Medienberichten US-Bürger. Die Sender CBS, NBC und die „Washington Post“ berichteten unter Berufung auf die Justiz, Omar M. sei 1986 geboren worden und habe in St. Port Lucie gelebt, das liegt etwa 170 Kilometer südöstlich von Orlando. Es heißt, der Mann stehe nicht auf Terrorlisten der Regierung.

Der Club war Mina zufolge in der Nacht gut besucht. Er sprach von mehr als 300 Menschen. Medienberichten stand eine „Latin Night“ auf dem Programm, eine Nacht mit lateinamerikanischer Musik. Nach Augenzeugenberichten fielen die Schüsse kurz vor der Schließung um 2.00 Uhr, viele Menschen seien noch am Tanzen gewesen. Der Club selber rief auf Facebook zur Flucht auf: „Verlasst Pulse und rennt.“

Augenzeugen berichteten von Dutzenden Schüssen in schneller Reihenfolge - mindestens 40 seien es gewesen, sagte Christopher Hansen dem Sender CNN. „Ich dachte zuerst, es war Musik. Dann warfen sich die Menschen auf den Boden, und ich auch.“

Viele flohen aus dem Gebäude. Das Fernsehen zeigte Opfer, die von Clubbesuchern aus dem Gebäude gebracht und auf die Ladeflächen von Kleinlastern gelegt wurden. Manche hatten Blut auf ihrer Kleidung. Vor mehreren Krankenhäusern warteten Freunde und Angehörige der Opfer. Eine Mutter sagte weinend: „Mein Sohn ist hier. Ich weiß nicht, wie es ihm geht.“

Bürgermeister Dyer: „Wir müssen stark bleiben“

Das Gelände des Clubs war sofort nach den Schüssen weiträumig abgesperrt worden. Auch Bombenspürhunde wurden auf dem Gelände eingesetzt. Bürgermeister Buddy Dyer sprach von einem „sehr schrecklichen“ Verbrechen. „Wir müssen stark bleiben“, rief er die Einwohner der Stadt auf.

In Orlando hatte erst am Freitagabend eine andere Bluttat viele Menschen erschüttert: Ein Mann hatte die populäre Nachwuchssängerin Christina Grimmie nach einem Konzert erschossen. Polizeichef Mina schloss aber jede Verbindung zwischen den beiden Verbrechen aus.

LVZ

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