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65 000 Menschen demonstrieren für die Einheit

Nationalfeiertag in Spanien 65 000 Menschen demonstrieren für die Einheit

Ein Schatten liegt über dem spanischen Nationalfeiertag: Während in Barcelona Menschen für die Einheit Spaniens friedlich auf die Straße gehen, kommt es zu kleineren Straßenschlachten. Madrid droht derweil dem Regionalpräsidenten. Der sieht sich für eine Abspaltung gewappnet.

Nicht alle Katalanen befürworten eine Abspaltung. Am Donnerstag versammelten sich rund 65 000 Befürworter der Einheit auf den Straßen Barcelonas.

Quelle: dpa

Madrid . Zehntausende Katalanen haben den spanischen Nationalfeiertag für Bekundungen zu einer Einheit ihrer Nation genutzt. Während eines Marsches durch Barcelona schwenkten viele der rund 65 000 Teilnehmer am Donnerstag spanische und katalanische Flaggen und riefen „Ich bin spanisch“. In der Hauptstadt Madrid hielten Soldaten und Polizisten eine Militärparade vor König Felipe VI. ab. Tausende Menschen hatten auch hier spanische Flaggen in den Händen.

Rajoy betrachtet das Referendum als illegal

Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hat die regionale Führung in Katalonien aufgefordert, bis Montag klarzustellen, ob sie die Unabhängigkeit der Region ausgerufen hat oder nicht. Regionalpräsident Carles Puigdemont hatte in einer Rede am Dienstag erklärt, er nutze das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober zwar dazu, mit einer Erklärung der katalanischen Abspaltung fortzufahren. Die Umsetzung setze er aber für einige Wochen aus, um mit Madrid in den Dialog zu treten.

Rajoy warnte Puigdemont, Spanien könnte auf Verfassungsartikel 155 zurückgreifen, um die volle oder teilweise Kontrolle über die Region zu übernehmen, sollte die Unabhängigkeit erklärt werden. Die Zentralregierung betrachtet das Referendum als illegal. Das spanische Verfassungsgericht hat es verboten.

Der Regionalpräsident mahnt weiter zum Dialog

Puigdemont kritisierte Rajoys Reaktion am Donnerstag. „Wir fordern Dialog und als Antwort wird der Artikel 155 auf den Tisch gelegt“, twitterte er. Diese Botschaft habe er verstanden. Puigdemonts Stellvertreter Oriol Junqueras kritisierte, Katalonien und die internationale Gemeinschaft wollten einen ernsthaften Dialog und keine Konfrontation oder neue Drohungen.

Ein Polizist wird im Einsatz verletzt

In der katalanischen Regionalhauptstadt Barcelona marschierten die Teilnehmer der Solidaritätsbekundung zu einem zentralen Platz. Manche hatten ihre Gesichter in den rot-gelben Nationalfarben angemalt, die auch die Farben der Region Katalonien sind. Immer wieder war der Ausruf „Viva España!“ (Es lebe Spanien) zu hören. Der Slogan des Marsches hieß „Katalonien ja, Spanien auch“. Damit sollte dem Wunsch nach Autonomie Kataloniens innerhalb Spaniens Nachdruck verliehen werden.

Am Rande der ansonsten friedlichen Demonstration kam es zu einer Straßenschlacht. Zwei kleine Gruppen gingen aufeinander los, bevor die Polizei sie trennte. Ein Polizist zog sich dabei kleinere Verletzungen zu. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AP zeigten, wie Stühle in beide Richtungen flogen. Zeitgleich zogen etwa 200 rechtsgerichtete spanische Nationalisten in Barcelona auf den Berg Montjuïc, wo sie Reden schwangen und Fahnen der katalanischen Separatistenbewegung verbrannten. Die eigentliche Demonstration gegen eine Trennung Kataloniens von Spanien wurde nicht gestört.

Von AP/RND

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