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Politik 6700 Rohingya in wenigen Wochen getötet
Nachrichten Politik 6700 Rohingya in wenigen Wochen getötet
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11:31 14.12.2017
Rohingya Flüchtlinge beim Überqueren der Grenze zu Bangladesh. Quelle: AP
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Bangkok

Beim militärischen Vorgehen gegen die Rohingya in Myanmar sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen innerhalb weniger Wochen mindestens 6700 Mitglieder der muslimischen Minderheit getötet worden. Das habe eine Erhebung in Flüchtlingslagern in Bangladesch ergeben, wohin sich Hunderttausende Rohingya gerettet haben, teilte die Hilfsorganisation mit.

Insgesamt mindestens 9000 Rohingya seien zwischen dem 25. August und 24. September im myanmarischen Staat Rakhine ums Leben gekommen. Die wirkliche Zahl der Getöteten sei vermutlich noch höher.

Der Anstieg der Todesfälle sei erschütternd, erklärte die Organisation. Unter den Toten seien mindestens 730 Kinder im Alter von unter fünf Jahren. Mehr als 59 Prozent von ihnen wurden demnach mutmaßlich erschossen, 15 Prozent verbrannten zu Tode. Sieben Prozent wurden erschlagen, zwei Prozent kamen bei Landminenexplosionen ums Leben.

Militär fährt „Räumungseinsätze“

Rund 630 000 Rohingya sind aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. Das Vorgehen der myanmarischen Sicherheitskräfte gegen die Minderheit wurde von den Vereinten Nationen als „ethnische Säuberung“ gebrandmarkt.

Die Zahlen von Ärzte ohne Grenzen widersprechen denjenigen der myanmarischen Regierung deutlich. Die hatte erklärt, als Resultat von Angriffen von Rohingya-Kämpfern auf Polizeiposten habe es im September 400 Tote gegeben. Die meisten davon seien „extremistische Terroristen“ gewesen, hatte das Informationsministerium mitgeteilt. Das Vorgehen des Militärs bezeichnete es als „Räumungseinsätze“.

Internationale Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen haben dem Militär vorgeworfen, ganze Rohingya-Dörfer niedergebrannt und Bewohner getötet und vergewaltigt zu haben. Die Behörden des südostasiatischen Landes machen Rohingya-Kämpfer für die Gewalt verantwortlich.

Mehr als eine Million Rohingya haben über Generationen in Myanmar gelebt. Ihnen wurden die Staatsbürgerschaft entzogen und fast alle Rechte verweigert.

Von RND/dpa

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