Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Abgelehnter Asylbewerber soll Mädchen (14) vergewaltigt haben
Nachrichten Politik Abgelehnter Asylbewerber soll Mädchen (14) vergewaltigt haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:59 03.01.2017
Die Polizei hat einen 21-jährigen Ägypter verhaftet, der eine 14-Jährige in einer Wohnunterkunft für Flüchtlinge vergewaltigt haben soll.  Quelle: dpa
Hamburg

 Gut eine Woche nach einem Sexualdelikt in Hamburg-Winterhude hat die Polizei einen 21 Jahre alten Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann soll bereits am 22. Dezember eine 14-Jährigen in einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg-Winterhude vergewaltigt haben, wie die Polizei mitteilte. Der Mann wurde bereits am Freitag vorläufig festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Täter soll seit 2011 abgeschoben werden

„Die Ermittlungen werden fortgesetzt“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag. Der Ägypter soll die Jugendliche nach Polizeiangaben auf einer Toilette bedrängt und zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben. Als sie sich geweigert habe, habe er sie in einen anderen Raum gezerrt und missbraucht.

Der Mann lebte nach Angaben des Einwohner-Zentralamtes seit 2011 in Hamburg, sein Asylantrag wurde im selben Jahr abgelehnt. Trotzdem konnte er bislang nicht abgeschoben werden, weil Dokumente fehlten. Laut einem Bericht der Hamburger Morgenpost soll der Mann den Behörden wegen mehrerer Drogendelikte und Körperverletzungen aufgefallen sein.

Der Fall passt in eine seit Tagen in Deutschland zunehmende Debatte über strengere Abschiebe- und Sicherheitsmaßnahmen. Auslöser ist unter anderem der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt: Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri hatte im Frühjahr 2016 einen Asylantrag in Deutschland gestellt, der bereits kurze Zeit später abgelehnt wurde.

De Maizière für „Bundesausreisezentren“

Abschiebungen sind Ländersache. Der Bund macht seit langem Druck auf die Bundesländer, abgelehnte Asylbewerber oder andere ausreisepflichtige Ausländer – zum Beispiel jene, die in Deutschland straffällig geworden sind – konsequenter in deren Heimat zurückzuschicken. Bundesinnenminister Thomas de Maizière fordert eine Ausweitung der Kompetenzen des Bundes. Der CDU-Politiker schlägt vor, „dass der Bund eine ergänzende Vollzugszuständigkeit bei der Aufenthaltsbeendigung erhält“. Abschiebungen könnten so unter der Regie des Bundes „unmittelbar vollzogen“ werden.

Der Minister regt die Einrichtung von „Bundesausreisezentren“ an. Diese sollten den Ländern „eine Verantwortungsübergabe“ für die letzten Tage oder Wochen des Aufenthalts von Ausreisepflichtigen ermöglichen.

Von RND/dpa/zys