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Politik Absurder Trump-Besuch bei der CIA
Nachrichten Politik Absurder Trump-Besuch bei der CIA
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10:13 22.01.2017
Donald Trump lieferte eine konfuse Rede vor 200 CIA-Mitarbeitern ab. Quelle: RND Screenshot
Langley

Es sollte eine Geste des guten Willens sein: Donald Trump und Mike Pence besuchten das CIA-Hauptquartier in Langley/Virginia. Wohl nicht ganz zufällig sprachen sie in dem Raum, in dem der 117 im Dienst umgekommenen CIA-Mitarbeiter gedacht wird. Mike Pence führte seinen Chef vor 400 freiwillig Anwesenden ein und sagte, er werde Amerika wieder sicher machen. Trump machte den Eindruck, als wolle er keinerlei Zweifel an seiner Nähe zu den Geheimdiensten lassen. „Ich stehe hinter Ihnen, wir sind auf einer Wellenlänge“, sagte Trump.

Wirrer Vortrag über ISIS und Presselügen

„Wir werden großartige Dinge gemeinsam erreichen“, sagte Trump in Richtung der Agenten-Gemeinde. „Wir müssen ISIS loswerden, wir haben keine andere Wahl. Ich habe gestern gesagt, dass sie vom Erdboden verschwinden müssen. Sie sind böse. Wir werden Sie auslöschen. Es ist Zeit, das zu beenden und Sie werden das erledigen“, so der frisch vereidigte Präsident, der betonte, dies hier sei sein erster offizieller Termin als Präsident – „abgesehen von den Bällen“.

Pompeo ist „eine echte Perle“

Trump, der über weite Strecken seines Auftritts fahrig und unsicher wirkte, versicherte den CIA-Mitarbeitern, sie würden in Gestalt von Mike Pompeo eine „echte Perle“ als Chef kriegen. Für die Charme-Offensive, die der Präsident zunächst im entspannten Plauderton absolvierte, gibt es gute politische Gründe. Einer der überlieferten Ratschläge, die George W. Bush Barack Obama seinerzeit bei dessen Amtseinführung mitgab, war: „Never mess with the CIA“, leg dich nie mit der CIA an.

Trump: „Ich befinde mich in einem Krieg mit den Medien“

Doch dann fand Trump wieder in die Demagogen-Spur. „Sie wissen, ich befinde mich in einem Krieg mit den Medien. Sie gehören zu den unehrlichsten Menschen auf dieser Erde. Die haben nämlich behauptet, ich hätte Probleme mit den Geheimdiensten. Das Gegenteil ist der Fall. Ich liebe und respektiere euch. Ich stehe 1000-prozentig hinter euch.“

Und weiter: „Als ich nach der Vereidigung aufwachte, schaltete ich den Fernseher an. Die berichteten, es sei leer gewesen bei der Vereidigung. Dabei waren doch 1,5 Millionen da. Und die sagten, da seien nur 250.000 gewesen. Das war eine Lüge.“ Die Unwahrheit sagte allerdings er, als er behauptete, die Menge habe bis zum Washington Monument gereicht.

Kürzlich warf Trump den Diensten noch Kampagnen im Nazi-Stil vor

Trump hatte sich in den vergangenen Wochen wiederholt mit der Geheimdienstgemeinde angelegt. So äußerte er starke Zweifel an ihrer Einschätzung, nach der Moskau gezielt versucht hat, die US-Wahl zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Diese Haltung korrigierte Trump erst kürzlich. Auf seiner jüngsten Pressekonferenz in der vergangenen Woche warf er den Geheimdiensten im Zusammenhang mit durchgesickerten Informationen eine gezielte Kampagne im Nazi-Stil vor.

Die CIA ist zurzeit ohne einen festen Chef, ihr bisheriger Direktor John Brennan, den Trump in Tweets auch persönlich angegriffen hatte, trat mit dem Amtsende von Präsident Barack Obama zurück. Eine Bestätigung des von Trump für die Nachfolge nominierten republikanischen Abgeordneten Mike Pompeo durch den Senat hat sich wegen Einsprüchen eines Demokraten verzögert.

Von RND/Daniel Killy

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