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Politik „DANKE, FRAU MERKEL!“
Nachrichten Politik „DANKE, FRAU MERKEL!“
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Hält nichts von Regierungschefin Angela Merkel: AfD-Hessenchef Peter Münch plant ihren Abgang.  Quelle: dpa
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Berlin

 Es gehört für die AfD quasi zur eigenen Identität, im Fall von Terroranschlägen schnell verbal um sich zu schlagen. Zumeist geben die Partei-Granden in den Sozialen Netzwerken ihr Unverständnis über die Flüchtlingspolitik zum Besten und kritisieren die importierte Terrorgefahr. Nach dem Axt-Attentat in Würzburg, dem Amoklauf in München und dem Anschlag in Ansbach überschlug sich die AfD-Spitze mit ihren Kommentaren. André Poggenburg, Vorsitzender der Landtagsfraktion in Sachen-Anhalt, gab Folgendes zum Besten: „Wieder Terror durch Migration, widerlich ekelhaft unverantwortlich sind alle, die dieses Multi-Kulti wollen.“ Parteichefin Frau Petry schlägt sofort die ganz große Glocke: „Ist Ihnen Deutschland nun bunt genug, Frau Merkel?“

Aus diesen Spontanreaktionen konnte die Partei allerdings nicht das gewollte politische Kapital schlagen, sondern handelte sich nur eine Menge Kritik ein. Nach Informationen des „Spiegel“ sollen daher beim nächsten Anschlag oder Amoklauf die Reaktionen von Grund auf geplant und für alle sichtbar ablaufen. In einem Antrag der Hessen-AfD heißt es für den zukünftigen Fall von „islamistischen Anschlägen mit Todesopfern oder Schwerverletzten“, sofort professionelle Plakate an markanten und stark frequentierten Orten in Deutschland aufzuhängen und den Druck auf Angela Merkel zu erhöhen.

Bundeskanzlerin soll zum Rücktritt bewegt werden

 „DANKE, FRAU MERKEL!’“ soll in großen Buchstaben auf den Bannern stehen. Durch eine Personifizierung zukünftiger Anschläge, so verspricht es sich AfD-Hessenchef Peter Münch, soll das Ziel erreicht werden, „die Bundeskanzlerin möglichst schnell zum Rücktritt zu bewegen/ihres Amtes zu entheben“. Die Spruchbänder seien „aus wetterbeständigem Material herzustellen und im typischen ,AfD-Look’ zu gestalten“. Sie sollen an die Landes- und Kreisverbände verteilt und „vorrätig“ gehalten werden.

Der Anti-Merkel-Kurs soll also professioneller organisiert werden. Am 24. September muss nun der Bundesvorstand auf seinem Konvent im nordhessischen Kassel darüber entscheiden. Unterzeichnet haben das Papier, das als Tagesordnungspunkt 6 beraten wird, die führenden AfD-Hessen Manfred Mattis, Robert Rankl und Vorsitzender Peter Münch. Letzterer konnte sich auf Spiegel-Anfrage zwar nicht mehr „haarklein“ an den Inhalt erinnern, sei damit aber einverstanden gewesen und habe deshalb „mit unterschrieben“.

Von RND/Carsten Bergmann

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