Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Alfa vs. ALfA - Neuer Partei von Lucke droht Ärger

Parteien Alfa vs. ALfA - Neuer Partei von Lucke droht Ärger

Die Partei gibt es erst wenige Stunden - da droht der Neugründung von AfD-Gründer Bernd Lucke bereits Ärger. Und zwar wegen ihres Namens: Alfa. Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) will rechtliche Schritte wegen der gleichen Abkürzung prüfen.

Voriger Artikel
Süden profitiert besonders von Dobrindts Straßenbau-Milliarden
Nächster Artikel
Pflichtverteidiger müssen Zschäpe weiter vertreten

Der ehemalige Parteichef der AfD, Bernd Lucke, lässt sich nach Gründung der neuen Partei ALFA feiern. Lucke führt die Neugründung als Vorsitzender.

Quelle: Uwe Zucchi

Berlin. Vereinschefin Claudia Kaminski klagte, Lucke habe sich offensichtlich nicht vorher informiert, ob der Name bereits verwendet werde.

Der Verein tritt nach eigenen Angaben seit mehr als 35 Jahren für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein, plädiert also unter anderem gegen Abtreibung und Forschung an Embryonen. Sie wollten nicht mit einer Partei verwechselt werden, sagte die Vorsitzende am Montag "Zeit Online".

Auch der Automobilhersteller Fiat informierte nach Angaben des "Kölner Stadt-Anzeigers" (Dienstag) seine Konzernzentrale über die Namensgleichheit. "Aber es ist nicht so weit, dass wir juristisch vorgehen würden", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Partei "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" (Alfa) hatte sich am Sonntag in Kassel gegründet. Inhaltlicher Schwerpunkt soll die Kritik am Euro und an der europäischen Wirtschafts- und Währungspolitik sein, aber auch der angebliche Missbrauch der Asylgesetze und eine "geordnete" Zuwanderungspolitik.

Ihr Vorsitzender ist der ehemalige AfD-Chef Lucke. Er hatte die Alternative für Deutschland verlassen, nachdem sich die nationalkonservativen Kräfte bei einem Parteitag durchgesetzt hatten. "Da wurde alles bejubelt, was sich irgendwie gegen die EU gerichtet hat oder gegen den Islam", sagte Lucke im Deutschlandfunk. Dieses Gedankengut habe in seiner neuen Partei keinen Platz. Lucke sprach von einer "Wiedergeburt der ursprünglichen AfD, so wie sie 2013 gegründet wurde und uns leider durch den inakzeptablen Rechtsruck abhandengekommen ist".

"Problematische" Leute aus der alten Partei seien nicht willkommen. "Da führen wir dann in der Tat eine schwarze Liste, ja", sagte Lucke. Für unbekannte Mitglieder plant er eine einjährige Probezeit. "Menschen, die wir nicht kennen, die sind zunächst einmal nur mit eingeschränkten Rechten bei uns willkommen."

Der Politologe Ulrich von Alemann sieht für die neue Partei keine Chance. "Hinter allen erfolgreichen Parteien, die wir in Deutschland hatten, stand immer eine breite soziale Bewegung", sagte er dem Fernsehsender n-tv. "Ob von links, von rechts, Konservative, auch Liberale haben eine feste bürgerliche Basis. Und diese Partei ist eine Kopfgeburt."

Der Bremer Parteienforscher Lothar Probst bezweifelt, dass es genug Wähler für AfD und Alfa gibt. Das Programm der neuen Partei klinge wie ein "aufgewärmtes Potpourri". "Alles in allem bleibt Alfa programmatisch aber relativ konturenlos", sagte Probst dem "Handelsblatt". Er halte es für ziemlich naiv, so zu tun, als habe es das Scheitern Luckes in der AfD nicht gegeben.

In der AfD hatte es einen monatelangen Machtkampf gegeben, den die frühere Co-Vorsitzende Frauke Petry aus Sachsen gewonnen hatte. Danach Tausende Mitglieder ihren Austritt an. Auch der Bayern-Vorstand will nun fast geschlossen zu Alfa übertreten. In Rheinland-Pfalz könnte Alfa womöglich schon bei der Landtagswahl 2016 antreten, wie der Ex-AfD-Landevorsitzende Uwe Zimmermann andeutete.

Linken-Chef Bernd Riexinger sagte, er erhoffe sich, dass sowohl AfD als auch Alfa nun nicht mehr über die Fünf-Prozent-Hürde kämen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • In Bewegung
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2017 wieder schöne Fotos

    Die Sparkasse Leipzig sucht für ihren Kalender 2017 die 12 besten Motive aus hunderten Einsendungen. Die Entscheidung fällt in einem Voting. Hier k... mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr