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Politik Merkel rührt Flüchtlingsjungen zu Tränen
Nachrichten Politik Merkel rührt Flüchtlingsjungen zu Tränen
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11:30 29.11.2016
Angela Merkel bei der Regionalkonferenz in Heidelberg.  Quelle: dpa
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Heidelberg

Bei einem rührenden Auftritt in Heidelberg hat ein kleiner Flüchtlingsjunge aus Afghanistan CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel gedankt. Auf einer Regionalkonferenz in Heidelberg sagte der kleine Edris vor Hunderten CDU-Mitgliedern am Montagabend „Ich danke Ihnen, Frau Merkel“ ins Mikrofon.

Außerdem wollte er der Kanzlerin gerne einmal die Hand schütteln. Merkel lobte: „Du hast aber schon gut Deutsch gelernt.“ Sie ließ sich nicht lange bitten und eilte vom Podium herunter. Den kleinen Edris rührte das so, dass er sich ein paar Freudentränen aus den Augen wischen musste.

#Merkelstreichelt-Kritik nach Reem-Auftritt

Der Auftritt weckt Erinnerungen an die Tränen des palästinensischen Mädchens Reem im Juli 2015. Bei einem Bürgerdialog in Rostock hatte die damals 14-Jährige von ihrem Schicksal erzählt. „Es ist wirklich sehr unangenehm zuzusehen, wie andere das Leben genießen können und man es selber halt nicht mitgenießen kann.“ Und: „Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussieht.“

Merkel antwortete, Deutschland könne nicht alle Flüchtlinge aufnehmen. Daraufhin fing Reem, die mittlerweile einen bis Oktober 2017 gültigen, sogenannten Aufenthaltstitel bekommen hat, an zu weinen. Die Kanzlerin war darauf zu ihr gegangen und hatte ihr die Wange gestreichelt.

Dennoch wurde der Kanzlerin Kaltherzigkeit vorgeworfen, vor allem in den sozialen Netzwerken. Unter dem Hashtag #merkelstreichelt empörten sich die Twitterer seitdem über den herzlosen Paternalismus der Kanzlerin, die bei ihrem Trostversuch unbeholfen wirkte.

Heftige Kritik an Flüchtlingspolitik

Bei der Regionalkonferenz in Heidelberg wirkte Merkel deutlich natürlicher. Inhaltlich hatte sie zuvor ihre Flüchtlingspolitik gegen heftige Kritik verteidigt. „Ja, wir helfen denen, die unsere Hilfe brauchen, weil sie vor Krieg, Verfolgung und Terrorismus fliehen“, beharrte Merkel. „Und das haben wir in bewundernswerter Weise gemacht.“ Sie betonte gleichzeitig, dass Asylbewerber, die nicht dauerhaft in Deutschland bleiben könnten, in ihre Heimatländer zurückkehren müssten.

Von RND/dpa/zys

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