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Anschlag auf Sikhs in Essen: 16-Jährige unter Terrorverdacht

Terrorismus Anschlag auf Sikhs in Essen: 16-Jährige unter Terrorverdacht

Die Ermittlungen nach einem Bombenanschlag in Essen führen in die salafistische Szene. Zwei 16-Jährige sollen die Bombe in einem Gebetshaus der Sikhs gezündet haben. Doch möglicherweise handelten die jungen Salafisten nicht allein.

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Bei der Explosion in dem Gebetshaus in Essen wurden drei Menschen verletzt.

Quelle: Marcel Kusch

Essen. Fünf Tage nach einem Bombenanschlag auf ein Gebetshaus der Sikhs in Essen hat die Polizei zwei 16-jährige Salafisten unter Terrorverdacht festgenommen.

Die Polizei vermutet, dass die beiden Jugendlichen nicht allein für die Bombenexplosion verantwortlich sind. "Wir gehen davon aus, dass noch weitere Festnahmen erfolgen werden", sagte Essens Polizeipräsident Frank Richter. Er nannte die Tat einen "Terrorakt".

Dem NRW-Staatsschutz seien die beiden 16-Jährigen schon früher aufgefallen, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Nun werde geprüft, ob sie sich selbst radikalisiert hätten oder ob sie von Islamisten angeworben wurden. "Ob und wieweit das Ganze dschihadistisch motiviert ist, muss jetzt sauber ermittelt werden", sagte Jäger. Ein Richter erließ Haftbefehl gegen beide Verdächtige.

Die beiden Jugendlichen sollen am Samstag nach einer indischen Hochzeit im Gebetshaus der Religionsgemeinschaft Sikh in Essen eine Bombe gezündet haben. Drei Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Er wird nach wie vor im Krankenhaus behandelt. "Es hätte sehr viel mehr passieren können, wenn sich zum Zeitpunkt des Anschlages noch Menschen in dem Gebäude befunden hätten", sagte Polizeipräsident Richter.

Die beiden mutmaßlichen Täter seien in Deutschland geboren und groß geworden. "Ich finde es erschreckend, dass Menschen, die unter uns aufgewachsen sind, in der der Lage und bereit sind, Bomben zu bauen und Menschenleben Anderer zu gefährden", sagte der Innenminister.

Einer der beiden Jugendlichen stellte sich in der Nacht zum Donnerstag selbst der Polizei. Der andere sei nach Hinweisen aus der Bevölkerung in seinem Elternhaus festgenommen worden, sagte der Polizeipräsident. Beide hätten die Tat teilweise eingeräumt, aber keine Angaben über ihr Motiv gemacht. Kurz nach dem Anschlag hatten die Ermittler erklärt, es gebe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

Die Bundesanwaltschaft sei noch nicht mit dem Fall befasst, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Walther Müggenburg. "Wenn sich zureichende Anhaltspunkte für eine Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft ergeben, legen wir das zur Prüfung vor." Die Ermittlungen rund um den Anschlag gehen nach den Festnahmen weiter. Innenminister Jäger versicherte: "Der Fahndungs- und Ermittlungsdruck in NRW ist hoch."

dpa

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