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Politik Aufrüstung Russlands: Die Nato geht in die Defensive
Nachrichten Politik Aufrüstung Russlands: Die Nato geht in die Defensive
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18:48 12.02.2019
Das russische Militär präsentiert erstmals die neue Mittelstreckenrakete. Quelle: Pavel Golovkin/dpa
Brüssel

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat eine Antwort des Militärbündnisses auf ein neues russisches Raketenmodell angekündigt. „Jegliche Schritte werden koordiniert, maßvoll und defensiv sein, und wir haben nicht vor, neue bodengestützte Atomraketen in Europa zu stationieren“, sagte er am Dienstag.

Die neue Rakete wird in Russland Nowator 9M729 genannt. Die Nato bezeichnet sie als SSC-8. Die Nato vertritt die Ansicht, dass sie gegen den INF-Vertrag verstößt. Dieses 1987 zwischen den USA und Russland geschlossene Abkommen verbietet Raketen mit Reichweiten von 500 bis 5500 Kilometern.

Die USA leiteten am 2. Februar den sechsmonatigen Austrittsprozess aus dem Abkommen ein. Nach russischer Darstellung hat die Rakete eine Reichweite von weniger als 500 Kilometern.

Entwicklung eines Verteidigungsmechanismus

Stoltenberg sagte, die Nato-Verteidigungsminister würden am Mittwoch darüber sprechen, „welche Schritte die Nato unternehmen sollte, um sich an eine Welt mit mehr russischen Raketen anzupassen“. „Moskau entwickelt und stationiert weiterhin mehrere Bataillone der SSC-8 Raketen“, fügte er hinzu.

Der amerikanische Nato-Botschafter Kay Bailey Hutchison versuchte, europäische Ängste vor einer möglichen atomaren Aufrüstung zu zerstreuen. „Unsere Verbündeten wollen wissen, wie die Zukunft sein wird, und die Zukunft wird so sein, dass wir die Entwicklung eines Verteidigungsmechanismus beginnen werden und wir werden unsere Verbündeten ständig informiert halten. Wir werden bei jeder Wende beraten“, sagte er.

Russischer Botschafter warnt vor gefährlicher Rhetorik

Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, hat unterdessen die USA wegen ihrer Vorwürfe gegen Russland scharf kritisiert und vor einem Rückfall in die Rhetorik aus den Zeiten des Kalten Kriegs gewarnt. „Leider erinnert die rhetorische Schärfe in der Auseinandersetzung an die Zeiten des Kalten Krieges“, sagte Netschajew der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Die Vorwürfe, dass Russland den INF-Abrüstungsvertrag gebrochen habe, wies er zurück. „Wir haben in einem beispiellosen Vorgang alle technischen Details zu unseren Raketensystemen offengelegt. Sie übersteigen die 500-Kilometer-Reichweite nicht, sie können nur bis 480 Kilometer fliegen.

Alleine die Tankanlage ist zu einer größeren Reichweite nicht in der Lage. Wir erfüllen den Vertrag. Aber die USA ist an Beweisen offenbar nicht interessiert“, sagte der Botschafter. „Von uns geht keine Aggression aus.“

Von RND/ap/lf

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