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Nachrichten Politik Deutschland gibt menschliche Gebeine an Namibia zurück
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12:31 29.08.2018
Eine Delegation von Herero und Nama aus Namibia nimmt die Gebeine entgegen. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Berlin

Die Bundesregierung hat am Mittwoch geraubte sterbliche Überreste aus der Kolonialzeit an eine Delegation aus Namibia zurückgeben. In der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin kamen am Morgen Vertreter beider Länder zunächst zu einem Gedenkgottesdienst zusammen. Danach wurden die Gebeine, darunter Schädel und Knochen, bei einer feierlichen Zeremonie an die namibische Delegation unter Leitung von Kulturministerin Katrina Hanse-Himarwa übergeben.

Es handelt sich dabei um 27 menschliche Überreste, die in der Kolonialzeit entwendet wurden. Zuletzt lagerten sie in anthropologischen Sammlungen unter anderem in Berlin, Greifswald, Jena, Hannover und Hamburg.

Von 1884 bis 1915 hielt das deutsche Kaiserreich Gebiete im heutigen Namibia besetzt. Die Kolonialherren schlugen Aufstände der Volksgruppen der Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 im damaligen Deutsch-Südwestafrika brutal nieder. Deutsche Truppen töteten Historikern zufolge bei dem Völkermord etwa 65.000 der 80.000 Herero und mindestens 10.000 der 20.000 Nama.

Seit Jahren verhandelt Deutschland mit dem südwestafrikanischen Namibia über eine Wiedergutmachung für die Gräueltaten der Kolonialzeit. Seit 2015 gab es bereits sechs Verhandlungsrunden. „Deutschland geht davon aus, dass wir eine politisch moralische Verpflichtung haben, uns dieser Vergangenheit zu stellen“, sagte der Sondergesandte für Namibia Ruprecht Polenz (CDU) dem Bayerischen Rundfunk. Das schließe auch materielle Leistungen ein, die aber keine Rechtspflicht seien. Parallel bemühen sich Nachfahren der Opfer in New York um eine Klage auf Schadenersatz.

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering, begleitet die sterblichen Überreste in die namibische Hauptstadt Windhuk. Für Freitag ist dort ein weiteres Gespräch geplant.

Von RND/dpa/epd

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