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Politik Auswärtiges Amt dementiert Meldung über deutsches Todesopfer
Nachrichten Politik Auswärtiges Amt dementiert Meldung über deutsches Todesopfer
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18:29 01.11.2017
Ermittler stellen die Spuren am Tatort sicher. Quelle: imago/UPI Photo
New York

Auf einer Pressekonferenz der New Yorker Polizei hatte Feuerwehrchef Daniel Nigro Details über die acht Todesopfern bekannt gegeben. Laut Nigro stamme eines der Opfer aus Deutschland, zudem seien fünf Argentinier und zwei Amerikaner getötet worden. Das Auswärtige Amt in Berlin dementierte die Information über ein deutsches Todesopfer am frühen Mittwochabend. Offenbar handele es sich bei der Aussage des Feuerwehrchefs um eine Verwechslung.

Drei Verletzte konnten laut Nigro mittlerweile wieder aus den Krankenhäusern entlassen werden. Vier Menschen erlitten schwere Verletzungen, die Ärzte konnten sie jedoch stabilisieren.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hatte am Mittwoch neue Details über den 29-jährigen Attentäter bekannt gegeben. Bei dem Anschlag handele es sich nach jetzigem Ermittlungsstand um einen „isolierten Vorfall“. „Es gebe keine Hinweise auf weitere Verbündete oder Anschlagspläne“, sagte Gouverneur Cuomo in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN.

Attentäter stand in Verbindung mit dem IS

Am Dienstag war der Mann mit einem Truck über einen belebten Fuß- und Fahrradweg gerast. Wie die Polizei bestätigte, stieg der Usbeke anschließend aus dem Auto, hielt zwei Waffen in die Luft und rief „Allahu Akbar“. Nachdem ein Polizist den Mann niedergeschossen hatte, konnten die Einsatzkräfte ihn schließlich festnehmen.

Bei einer Attacke mit einem Fahrzeug in New York hat es am Dienstag nach Polizeiangaben Tote und Verletzte gegeben. Der Lieferwagen sei im Süden von Manhattan auf einen Fahrrad- und Fußgängerweg gefahren, teilte die Polizei per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Der Attentäter habe sich erst in den USA radikalisiert und mit dem IS beschäftigt. Auch eine Nachricht, die in dem gemieteten Truck gefunden wurde, habe eine Referenz zur Terrormiliz enthalten, bestätigte Cuomo dem Sender CBS.

Der Fahrdienstbetreiber Uber bestätigte, dass der Terrorverdächtige als Fahrer für das Unternehmen tätig gewesen ist. Der 29-Jährige sei sechs Monate für Uber gefahren und habe 1400 Fahrten erledigt, teilte das Unternehmen mit. Er habe eine Überprüfung auf einen kriminellen Hintergrund erfolgreich bestanden.

Merkel sendet Telegramm in die USA

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den USA unterdessen die Unterstützung Deutschlands zugesichert. „Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus fest an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika“, schrieb Merkel am Mittwoch in einem Telegramm an US-Präsident Donald Trump. „Dabei vertrauen wir auf die Stärke unserer demokratischen Gesellschaften und die Überzeugungskraft unserer freiheitlichen Werte.“

Die Bundesregierung verurteile den Terroranschlag „auf das Schärfste“, betonte die CDU-Politikerin. Sie sprach den Hinterbliebenen der mindestens acht Toten ihr Beileid aus und wünschte den Verletzten gute Besserung.

US-Präsident Trump hat dem Attentäter derweil die Menschlichkeit abgesprochen. Der 29-Jährige sei ein Tier, sagte Trump. Er erwäge, ihn in das rechtlich umstrittene US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba zu schicken. „Schickt ihn nach Gitmo“, sagte Trump vor einem Kabinettstreffen. Den in Guantánamo festgehaltenen Gefangenen werden als sogenannten ungesetzlichen Kämpfern zahlreiche Rechte vorenthalten. Das wird international als Menschenrechtsverstoß kritisiert.

Trump forderte außerdem die „Green-Card-Lotterie“ abzuschaffen. Die Verlosung verschafft jährlich bis zu 50.000 Ausländern einen dauerhaften Aufenthaltsstatus mit Arbeitserlaubnis in den USA. Davon profitieren jedes Jahr auch viele Deutsche. „Ich beginne noch heute den Prozess, die Lotterie abzuschaffen“, sagt Trump vor einer Kabinettssitzung am Mittwoch.

„Der Terrorist kam in unser Land über das sogenannte Diversity Visa Lottery Program“, schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. Er wolle stattdessen ein Migrationssystem, das auf den beruflichen Fähigkeiten der Bewerber basiere. Der demokratische Senator Charles Schumer habe 1990 die Green-Card-Lotterie eingeführt.

Schumer warf Trump das Ausnutzen einer Tragödie für politische Zwecke vor. Der Präsident wolle die staatlichen Mittel für Terrorbekämpfung in Wirklichkeit sogar noch zurückfahren. Kritik kaum auch von New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo und Bürgermeister Bill de Blasio. Trump habe sich noch nicht bei ihnen gemeldet, sagten die beiden Politiker der demokratischen Partei am Mittwoch. „Es macht mir nichts aus, dass der Präsident mich noch nicht angerufen hat“, sagte Cuomo. „Was mich stört, ist jeder Versuch, diese Situation zu politisieren.“

Von RND/dpa/mkr

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