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BA: Künftig flächendeckende Frühförderung von Flüchtlingen

Migration BA: Künftig flächendeckende Frühförderung von Flüchtlingen

Früher mussten sie oft Jahre warten, bis sich ihnen die Türen zum deutschen Arbeitsmarkt öffneten. Inzwischen dürfen Flüchtlinge bereits nach drei Monaten arbeiten. Das stellt auch für Jobvermittler eine neue Herausforderung dar.

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Flüchtlinge warten an der Grenze in Österreich kurz vor Wegscheid (Bayern).

Quelle: Armin Weigel/Archiv

Nürnberg/Augsburg. Die frühe Job-Förderung von Flüchtlingen mit guten Anerkennungschancen soll künftig in allen deutschen Arbeitsagenturen zur Regel werden.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sollten entsprechend ausgebildete Asylbewerber ausgewählt und gezielt für den Arbeitsmarkt vorbereitet werden, sagte Bundesagentur-Vorstandsmitglied Raimund Becker der Deutschen Presse-Agentur. Die Flüchtlingsbetreuer in den Arbeitsagenturen sollen dabei von den Erfahrungen eines am Jahresende auslaufenden Pilotprojekts profitieren, dem in neun Städten erprobten Projekts "Early Intervention".

Im Zuge dieses Projekts sind bis heute rund 1000 Flüchtlinge gezielt gefördert worden. Davon hätten rund zehn Prozent in eine Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden können, berichtete Becker. Rund 300 würden über das Projektende hinaus weiter betreut. 67 Asylbewerber hätten eine Arbeit gefunden, 27 eine Berufsausbildung begonnen. "Bei deutschen Arbeitssuchenden wären zehn Prozent ein schlechtes Ergebnis. Aber bei Migranten sind zehn Prozent nicht schlecht", sagte Becker. Man brauche halt einen langen Atem.

Die bei dem Pilotprojekt gesammelten Erfahrungen seien bereits in die Arbeit der Arbeitsagenturen und Jobcenter eingeflossen. Gelernt habe man beispielsweise, dass die Flüchtlinge Zeit brauchten, um die deutsche Sprache zu lernen, sagte Becker. Klar geworden sei auch, dass nur wenige Flüchtlinge mit formalen Qualifikationen, etwa einem Gesellenbrief, nach Deutschland kämen. "Trotzdem haben viele der Flüchtlinge Fähigkeiten und Talente", ist Becker überzeugt. Um beides herauszufinden, müssten Jobcenter und Betriebe bereit sein, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen. Gefragt seien etwa Betriebspraktika, bei denen Flüchtlinge zeigen könnten, was sie alles beherrschen.

dpa

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