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Politik Berlin ruft USA und Nordkorea zu Mäßigung auf
Nachrichten Politik Berlin ruft USA und Nordkorea zu Mäßigung auf
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22:22 09.08.2017
„Ein weiteres Säbelrasseln hilft uns nicht weiter“, so Martin Schäfer (l.), Sprecher des Außenministeriums.  Quelle: dpa
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Berlin/Seoul

 Nach der jüngsten rhetorischen Eskalation im Konflikt um Nordkorea hat die Bundesregierung von den USA und Nordkorea Mäßigung verlangt. „Die Lage ist wirklich ernst. Ein weiteres Säbelrasseln wird uns hier sicher nicht weiterhelfen“, sagte der Sprecher von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. Ein militärischer Weg könne in dem Konflikt keine Lösung bringen. „Wir rufen deshalb alle Beteiligten zur Mäßigung auf.“ Gemeinsam müssten die diplomatischen Bemühungen fortgesetzt werden. „Nur so kann die Bedrohung durch das völkerrechtswidrige nordkoreanische Atomprogramm eingedämmt werden.“

Die Bundesregierung rief dazu auf, die kürzlich vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) mit Zustimmung Chinas verschärften Sanktionen gegen Nordkorea konsequent umzusetzen. „So können wir den Druck erhöhen, um Pjöngjang zu Gesprächen zu bewegen.“ Aus diesem Grund sei auch das Gesprächsangebot von US-Außenminister Rex Tillerson der richtige Weg, Gespräche mit Nordkorea zu beginnen, sobald das Regime dort auf seine völkerrechtswidrigen Raketentests verzichte, sagte Schäfer.

Gabriel warnt vor Atomkrieg

Auch Außenminister Sigmar Gabriel kritisierte die scharfen Drohungen von US-Präsident Donald Trump an Nordkorea deutlich. Er warnte auf seiner Reise durch Uganda vor einem Atomkrieg. Eine solche Rhetorik mache Sorgen und Angst, „dass wir ähnlich wie im Ersten Weltkrieg schlafwandlerisch in einen Krieg hineinmarschieren, bloß eben in diesem Fall in einen Krieg, der im Zweifel mit Atomwaffen geführt wird“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im ugandischen Entebbe.

Die nordkoreanischen Streitkräfte drohen den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam. Ein nordkoreanischer Militärsprecher kündigte laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA an, auf einen „Präventivkrieg“ der US-Streitkräfte mit einem „totalen Krieg“ zu reagieren, der „sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland“. Die Stellungnahme erfolgt nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump gesagt hatte, wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde ihnen „begegnet mit Feuer, Wut und ... Macht, wie es die Welt so noch niemals zuvor gesehen hat“.

Von RND/dpa

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