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Bis zu 16,1 Prozent: Krankenkassenbeiträge ziehen weiter an

Gesundheit Bis zu 16,1 Prozent: Krankenkassenbeiträge ziehen weiter an

Die Gesundheitskosten steigen - und die Bürger müssen es bezahlen. Die Krankenkassen haben ihren Versicherten zum Jahreswechsel Beitragserhöhungen auf breiter Front angekündigt.

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Die DAK-Gesundheit hebt ihren Beitragssatz im kommenden Jahr um 0,6 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent an.

Quelle: Lukas Barth

Berlin. Millionen Versicherte müssen von Januar an mehr für ihre Krankenkasse bezahlen. Unter den großen Versicherungen steigt der Beitragssatz bei der DAK-Gesundheit am stärksten. Die drittgrößte Kasse verlangt ab Januar 16,1 Prozent vom Bruttoeinkommen - 0,6 Prozentpunkte mehr als 2015.

Damit wachsen die Preisunterschiede zwischen den Kassen, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Versicherte ihre teure Kasse wechseln.

Die Grünen warfen Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vor, seine Reformen müssten allein aus den Zusatzbeiträgen der Versicherten getragen werden. Zugleich wird der Ruf nach einer gerechteren Verteilung der Gesundheitskosten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern lauter. Die Bundesregierung lehnte Schritte zur Kostensenkung ab.

Die Erhöhungen müssen die Versicherten allein über den Zusatzbeitrag schultern. Bei der DAK-Gesundheit steigt er von 0,9 auf 1,5 Prozent, wie der Verwaltungsrat in Berlin beschloss. Der Anteil des Beitragssatzes, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte bezahlen, ist gesetzlich festgeschrieben und liegt bei 14,6 Prozent. Die Beiträge werden bis zur Beitragsbemessungsgrenze fällig, die im kommenden Jahr bei 4237,50 Euro liegt.

Der Beitragssatz der größten Versicherung, der Techniker Krankenkasse (TK), steigt um 0,2 Punkte auf 15,6 Prozent. Auch bei der Nummer zwei, der Barmer GEK, geht der Beitrag um 0,2 Punkte nach oben und liegt dann bei 15,7 Prozent.

Die hkk (Handelskrankenkasse) ist nach eigenen Angaben 2016 erneut die günstigste Krankenkasse, die man bundesweit wählen kann. Ihr Beitrag liegt bei 15,2 Prozent. Beispiele für andere, zumeist regionale Kassen: AOK Bayern 15,7 Prozent (plus 0,2 Punkte), AOK Baden-Württemberg 15,6 Prozent (plus 0,1), AOK Plus 14,9 Prozent (plus/minus 0).

Bei der DAK-Gesundheit schlägt der Beitragsanstieg bei einem Verdienst von 2500 Euro mit 15 Euro pro Monat zu Buche, bei der Barmer GEK und der TK sind es 5 Euro. Für einen Beschäftigten an der Beitragsbemessungsgrenze sind es bei der DAK sogar 25 Euro. Allerdings ist der Zusatzbeitrag von der Steuer absetzbar.

Den Versicherten drohen in Zukunft noch höhere Beitragssprünge. Wenn der Gesetzgeber nicht reagiere, würden die Zusatzbeiträge bis 2020 auf zwei Prozent zulegen, sagte die Chefin des Verbands der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner, der Deutschen Presse-Agentur. Damit lägen die Gesamtbeiträge bei 16,6 Prozent. Die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Kassen, Doris Pfeiffer, sagte der Funke Mediengruppe, Gröhe müsse im kommenden Jahr etwas gegen die hohen Arzneimittelausgaben unternehmen.

Gröhe wies generelle Sparforderungen zurück. "Wer jetzt anmahnt, das sei alles zu teuer, muss auch schlüssig darlegen, wo er oder sie kürzen will", sagte seine Sprecherin. Die Regierung verwies darauf, dass eine Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht der Versicherten auslöse. Sie sollten aber nicht nur auf den Preis achten, sondern auf die Qualität und die Leistungen.

Die SPD und die Opposition forderten, die Arbeitgeber wieder stärker an den steigenden Gesundheitskosten zu beteiligen. "Wir brauchen dringend eine Entlastung der Arbeitnehmer", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Der Arbeitgeberverband BDA hielt dagegen, dass die Unternehmen durch die Entgeltfortzahlung bei Krankheit schon einen größeren Teil der Krankheitskosten zahlten.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) forderte den Bund auf, das derzeitige Verteilungssystem unter den Kassen gerechter zu gestalten: "Einzelne Krankenkassen schwimmen im Geld und können Zusatzleistungen bei gleichzeitig unterdurchschnittlichen Beiträgen anbieten. Dagegen sind Krankenkassen mit Versicherten in Hochlohn- und Hochpreisregionen wie Bayern benachteiligt", kritisierte sie.

dpa

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