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Politik Brasilianer fordern: Militär soll wieder regieren
Nachrichten Politik Brasilianer fordern: Militär soll wieder regieren
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13:40 17.11.2016
In Brasília und Rio de Janeiro haben Demonstranten Regierungsräume gestürmt. Sie wollen das Militär wieder zurück an die Macht bringen. Quelle: AFP
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São Paulo

Die Menge verlangte die Rückkehr der Militärs an die Macht, wie die Zeitung „Folha die São Paulo“ berichtete. Im Unterhaus wurde gerade eine umstrittene Reform über Haushaltskürzungen von Staats- und Regierungschef Michel Temer diskutiert.

Die rechtsgerichteten Demonstranten durchbrachen eine Glastür und verschafften sich so Zugang zum Sitzungssaal. Dabei sangen sie die Nationalhymne und verlangten den Sturz der aktuellen Regierung wegen Korruption. Es kam zu Tumulten. Sicherheitskräfte drängten die Demonstranten hinaus.

Seit zwei Jahren schwere Wirtschaftskrise

Ein Regierungssprecher sprach danach von einem „Affront“. In Brasilien regierte das Militär von 1964 bis 1985 mit einem Unterdrückungsapparat. Offiziell kamen 430 Menschen um oder gelten noch als verschwunden.

Brasilien steckt seit zwei Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Immer wieder forderten Demonstranten eine Rückkehr zur Militärdiktatur, weil das Land in den 70er und 80er Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt habe.

Öffentliche Schulen werden bestreikt, OP-Säle sind geschlossen

In Rio de Janeiro kam es zu schweren Ausschreitungen, die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Rund 2.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes hatten das Regionalparlament gestürmt, um gegen Gehaltskürzungen zu protestieren. Der Staat Rio de Janeiro hatte bereits im Juli vor den Olympischen Spielen den finanziellen Notstand ausgerufen. Seitdem hat sich die Lage verschärft.

Gehälter werden nur mit Abschlägen und mit monatelanger Verzögerung gezahlt. Außerdem sollen zahlreiche Zuschläge komplett wegfallen. Schon seit Monaten sind in Rio zahlreiche öffentliche Schulen wegen Streiks der Lehrer geschlossen. In Hospitälern mussten Operationssäle geschlossen werden, weil es Ausstattung fehlt. Auch bei der Polizei gab es Kürzungen, was zu einem Anstieg der Gewalt in Brasiliens zweitgrößter Metropole führte. Rio de Janeiros Regierung will mit den Kürzungen im laufenden Haushalt kräftig sparen.

Von RND/epd

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