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Breitscheidplatz: Opferbeauftragter fordert höheres Schmerzensgeld

Nach Terroranschlag Breitscheidplatz: Opferbeauftragter fordert höheres Schmerzensgeld

Kurt Beck, Beauftragter für die Breitscheidplatz-Opfer, hält die Einmalzahlung von 10.000 Euro für zu niedrig. „Sie sollte deutlich über dem Doppelten liegen“, sagte Beck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Bundesopferbeauftragter Kurt Beck.

Quelle: dpa

Berlin. Der Opferbeauftragte der Bundesregierung im Fall des Berliner Weihnachtsmarktanschlags, Kurt Beck, fordert mehr Schmerzensgeld für die Betroffenen. Gegenwärtig erhalten diejenigen, die bei einem Terrorakt Eltern oder Kinder verlieren, als Einmalzahlung 10.000 Euro. „Das ist zu niedrig“, sagte Beck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) über diese Summe.

„Sie sollte deutlich über dem Doppelten liegen. Immer in dem Wissen, dass mit Geld ein Menschenleben oder der Verlust der Gesundheit nicht auszugleichen sind. Ich habe verglichen, was andere europäische Länder, Israel oder die USA zahlen. Deutschland liegt da nicht ganz hinten, aber weit unter dem Durchschnitt“, so der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident. „Spanien zahlt beispielsweise bis zu 250.000 Euro – allerdings ohne Rechtsanspruch und mit Prüfung des Einzelfalls und der Bedürftigkeit. Das haben wir nicht und das sollte auch so bleiben.“

Ansprechstelle für Angehörige

Beck, der die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung leitet, schlägt weitere Verbesserungen für die Betreuung von Opfern vor. „Wenn sich solch ein Vorfall wiederholt, und von der Gefahr müssen wir leider ausgehen, sollte mit dem ersten Eintreffen von Polizei und Rettungskräften sofort und gut sichtbar eine Ansprechstelle geschaffen werden. Nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt irrten Menschen umher, die ihre Angehörigen unter den Trümmern vermuteten. Sie wurden von der Polizei zurückgedrängt, weil ja noch Sprengstoff im Lkw vermutet wurde. Das hat zu verzweifelten Situationen und zusätzlichen Traumata geführt.“

Der Opferbeauftragte drängt auch darauf, Möglichkeiten zu finden, Angehörige schneller zu informieren: „Die Identifizierung der Toten in Berlin hat in manchen Fällen drei Tage gedauert. Drei Tage, um zu erfahren, ob jemand tot oder lebendig ist. Es muss gelingen, die Ungewissheit für Angehörige möglichst kurz zu halten.“

Von Thoralf Cleven/RND

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