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Bremer SPD arbeitet geräuschlos an Böhrnsen-Nachfolge

Regierung Bremer SPD arbeitet geräuschlos an Böhrnsen-Nachfolge

Nach der Rückzugsankündigung von Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) hat sich noch kein Kandidat für die Nachfolge aus der Deckung gewagt. Mehrere Namen werden gehandelt, sprechen möchte aber kein potenzieller Nachfolger.

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Jens Böhrnsen hatte die Verantwortung für das schlechte Abschneiden der SPD übernommen.

Quelle: Jochen Lübke

Bremen. Die SPD an der Weser hat sich eine knappe Woche Nachdenken verschrieben. Landeschef Dieter Reinken will dem Vorstand am kommenden Montag seinen Vorschlag präsentieren. Die Wahlschlappe am Sonntag hatte die Bremer SPD schwer erschüttert.

Spätestens am 7. Juli müssen die Abgeordneten der Bürgerschaft laut Landesverfassung zu ihrer ersten Sitzung zusammenkommen, wie der Sprecher des Parlaments, Horst Monsees, sagte. Bis dahin muss aber noch keine neue Regierung feststehen. Der alte rot-grüne Senat kann kommissarisch weiter amtieren. Bevor die SPD als stärkste Fraktion Koalitionsgespräche aufnimmt, soll ein neuer Bürgermeisterkandidat feststehen, der auf einem Parteitag bestimmt werden soll.

Der Parteienforscher Lothar Probst sieht noch keinen Favoriten. "Die SPD könnte sich dazu entschließen, ihre Wirtschaftskompetenz herauszustellen und sich für Martin Günthner entscheiden", sagte Probst dem "Weser-Kurier" (Dienstag). Der 39-jährige Günthner ist Wirtschafts- und Justizsenator.

Allerdings drängten die Frauen in der SPD darauf, eine der Spitzenpositionen - Bürgermeister, Fraktionschef oder Parteivorsitz - mit einer Frau zu besetzen. "Das könnte zu einer Rochade führen", sagte Probst. Möglich wäre aus seiner Sicht auch eine Kampfkandidatur. Als ein Favorit gilt der Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling (56). Auch der Chef der Bürgerschaftsfraktion, Björn Tschöpe (47), wird genannt.

Einen Zeitpunkt für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen gibt es noch nicht. "Das ist derzeit noch völlig offen", sagte SPD-Landesgeschäftsführer Roland Pahl. SPD-Landeschef Reinken hatte offen gelassen, ob die SPD weiter mit den Grünen oder lieber mit der CDU regieren möchte.

Nach der amtlichen Hochrechnung verliert die SPD 5,6 Prozentpunkte und landet bei 33 Prozent. Die Grünen verlieren 7,5 Prozentpunkte und kommen auf 15 Prozent. Zusammen hätten beide Parteien 44 der 83 Sitze in der Bürgerschaft. Eine Koalition mit der CDU, die auf 20 Sitze kommt, wäre ebenfalls möglich. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird für Mittwoch erwartet.

dpa

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