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Politik Brexit-Studie bringt May in Erklärungsnot
Nachrichten Politik Brexit-Studie bringt May in Erklärungsnot
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15:36 30.01.2018
Sie kämpft unverdrossen für den Brexit: Doch der Druck auf Premierministerin Theresa May wächst immer mehr. Quelle: Imago
London

Für die britische Premierministerin Theresa May ist es ein weiterer Rückschlag: Ihre Regierung ist am Dienstag durch eine Studie in Erklärungsnot geraten, die sich mit den Folgen des Brexits auf die Wirtschaft der Insel befasst. Das Ergebnis der Analyse, die von der Regierung selbst erstellt wurde: Großbritannien kann durch den EU-Austritt wirtschaftlich nichts gewinnen. Das berichtete die Nachrichtenseite Buzzfeed unter Berufung auf einen Entwurf des Dokuments.

Demnach würden fast alle Wirtschaftsbereiche in Großbritannien leiden, egal wie die Verhandlungen mit der Europäischen Union verlaufen. Ein Verbleib im Europäischen Binnenmarkt würde lediglich den Schaden begrenzen. Offiziell besteht die Regierung in London darauf, dass der Brexit dem Land erhebliche Chancen eröffne.

Dringlichkeitssitzung des Parlaments

Oppositionspolitiker fordern nun, dass die Analyse veröffentlicht wird. Das lehnte die Regierung am Dienstag ab. Es handle sich nur um einen Entwurf und außerdem sei keines der durchgespielten Szenarien von der Regierung erwünscht, sagte Brexit-Staatssekretär Steve Baker bei einer Dringlichkeitssitzung des Parlaments. Zudem würde eine Veröffentlichung die Verhandlungsposition Londons in Brüssel untergraben. Man wolle dort einen maßgeschneiderten Deal erreichen.

Die Enthüllung dürfte die Spannungen innerhalb der Regierung in London weiter verstärken. May steht sowohl von Seiten der Brexit-Hardliner als auch von den EU-freundlichen Kräften in ihrer Partei unter enormem Druck. Seit Tagen wird in der Presse über ihren bevorstehenden Sturz durch Brexit-Befürworter spekuliert.

Von dpa/RND

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