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Bundesregierung veröffentlicht neuen Notfallplan für Katastrophen und Terror

Zivilverteidigung Bundesregierung veröffentlicht neuen Notfallplan für Katastrophen und Terror

Ob Chemiewaffen-Angriff, Flut oder Erdbeben: Die Bundesregierung will auf jeden Katastrophenfall vorbereitet sein. Jetzt gibt es ein neues Zivilschutzkonzept, das der veränderten Bedrohungslage gerecht werden soll.

Mindestens zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag für mindestens fünf Tage sollten im Vorrat sein. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Berlin. Nach mehr als 20 Jahren legt die Bundesregierung ein neues Notfallkonzept für Katastrophen und große Terroranschläge vor. Es soll unter anderem die Versorgung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Öl und Strom oder auch die Lagerung von Impfstoffen oder Antibiotika regeln. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung will die Regierung das Papier am Mittwoch beschließen. Bereits Anfang August hatten Medien berichtet, die Neukonzeption sei bereits seit langem geplant und habe nichts mit aktuellen Terrorgefahren zu tun, hieß es.

Das gültige Konzept für „zivile Verteidigung“ stammt von 1995. Die aktuelle Neufassung sieht unter anderem vor, dass die Bevölkerung einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln für zehn Tage anlegen soll. In Bezug auf Trinkwasser rät das Papier, pro Person etwa zwei Liter Wasser pro Tag für insgesamt fünf Tage aufzubewahren.

Nach einem Bericht der Bild-Zeitung will die Regierung unter anderem folgende Vorkehrungen für den Ernstfall treffen:

  • Eine Trinkwasserversorgung für 14 Tage soll über den Bau von Brunnen sichergestellt werden.
  • An 140 Standorten sollen Erdölreserven für 90 Tage gelagert werden.
  • Bund und Länder sollen ein „Gesamtkonzept Notstrom“ erarbeiten, um die Minimalversorgung an Energie zu sichern.
  • Es werde geprüft, ob ein Vorrat von Schutzanzügen und -masken für biologische, chemische oder nukleare Kampfstoffe angelegt werden soll. Bei einem Angriff oder Anschlag mit sogenannten ABC-Waffen sollen vor Krankenhäusern Dekontaminationsstellen eingerichtet werden.
  • Künftig sollen im Katstrophenfall nicht nur über Radio, Fernsehen, Sirenen und Lautsprecherdurchsagen, sondern auch per SMS und Internet Warnungen verbreitet werden.
  • Ein Drittel der Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks soll innerhalb von 24 Stunden einsetzbar sein.

Laut Bericht der FAS hält die Regierung einen Angriff auf das Territorium der Bundesrepublik Deutschland, der eine konventionelle Landesverteidigung erfordert, zwar für unwahrscheinlich. Denkbar sind allerdings Bedrohungen durch hybride Attacken, etwa von Terroristen, auf die Versorgungsnetze. Bereits 2010 hatte das Büro für Technikfolgenabschätzung des Bundestages eine umfangreiche Analyse dazu vorgelegt, welche Folgen ein langanhaltender flächendeckender Stromausfall haben könnte. Aufgrund der Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen von elektrischen Geräten gingen die Forscher im Ergebnis damals davon aus, dass ein 14-tägiger Ausfall der Elektrizität zum Zusammenbruch der Gesellschaft führen würde.

chg (mit dpa)

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