Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Bundeswehr zählt zwei Millionen Hackerangriffe
Nachrichten Politik Bundeswehr zählt zwei Millionen Hackerangriffe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:53 23.03.2018
Als gefährlich stuft das Ministerium Zugriffsversuche ein, die Firewalls oder Virenschutzprogramme nicht mehr beherrschen. Quelle: dpa
Berlin

Die Bundeswehr ist millionenfach zum Ziel illegaler Hacker- und Cyber-Attacken geworden. „An den dezentralen Internet-Übergängen wurden durch die Bundeswehr in 2017 circa zwei Millionen unberechtigte und mit Schadpotenzial behaftete Zugriffsversuche erkannt und abgewehrt“, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Bei Auslandseinsätzen musste die Bundeswehr im vergangenen Jahr rund 29 000 Cyber-Attacken aus dem Internet bekämpfen, davon etwa 8000 der Gefahrenstufe „hoch“. Als „hoch“ und damit besonders gefährlich (Kategorie „Exploits“) stuft das Ministerium Zugriffsversuche ein, die herkömmliche IT-Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls, Virenschutzprogramme oder zentrale Überwachungssysteme nicht mehr beherrschen. Diese Angriffe würden gezielt Schwachstellen ausnutzen, um Schäden anzurichten. Klassische Angriffswerkzeuge seien sogenannte DDoS-Tools und Schadprogramme.

Keine Information über „nicht erkannte“ Angriffe

Alle „erkannten“ Versuche, in die sensiblen Datennetze der Truppe einzudringen, hätten abgewehrt werden können. Ob durch „nicht erkannte“ Hacker-Angriffe Schaden in den Systemen der Streitkräfte entstanden sei, teilte das Ministerium nicht mit. Täglich werden allein mehr als eine Million E-Mails innerhalb der Bundeswehr verschickt. In einem einzigen Eurofighter sind mehr als 80 Computer und 100 Kilometer Kabel verbaut. Da die Bundeswehr erstmals nicht mehr Spam-Mails in ihrer Statistik aufführt, sind die Zahlen aus 2017 nicht mit denen der Vorjahre vergleichbar. Sie fallen deutlich niedriger aus.

Am Mittwoch informierte das Verteidigungsministerium den Verteidigungsausschuss des Bundestages über den jüngsten Hacker-Angriff auf Netze des Bundes. Die Angreifer hätten zwischen Dezember und März keinerlei sensible Daten kopieren können. Es seien weniger als zehn Dateien erbeutet worden. Wer genau hinter dem Angriff steckte, ist bislang noch unklar.

Von Jörg Köpke/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gefeuerte Staatsdiener, ein Krieg in Syrien, und Säbelrasseln vor Zypern: Die Türkei gibt sich nur noch wenig Mühe, die Kriterien eines Betrittskandidaten zu erfüllen. Dennoch sucht die EU weiter den Dialog mit Ankara. Die Liste der Konfliktthemen ist lang.

23.03.2018

Der Brexit reißt ein tiefes Loch in den Etat der Europäischen Union. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger warnt deshalb: Bauern, Städte und Gemeinden müssen künftig mit weniger Geld aus Brüssel rechnen.

23.03.2018

Das Oberste Gericht in Spanien hat gegen 13 führende Politiker aus Katalonien ein Strafverfahren wegen Rebellion, Veruntreuung und Ungehorsam eingeleitet. Unter den Angeklagten ist auch der ehemalige katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont.

23.03.2018