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Politik CSU-Parteitag – ein bisschen Frieden
Nachrichten Politik CSU-Parteitag – ein bisschen Frieden
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12:48 16.12.2017
Brüchige Harmonie: Horst Seehofer und Markus Söder auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg. Quelle: dpa
Nürnberg

Noch nie hat man Horst Seehofer so über Markus Söder sprechen hören, und Söder nicht über Seehofer. Es war ein Feuerwerk des Lobes, des Respekts und der freundlichen Worte – eine durchschaubare Inszenierung.

Das Schauspiel, das die beiden, die jetzt erst einmal als Quasi-Doppelspitze der CSU funktionieren sollen, beim Parteitag in Nürnberg geboten haben, ist allein mit der tiefen Depression zu erklären, aus der sich die einst vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden Christsozialen seit ihrem Desaster bei der Bundestagswahl nicht befreit haben. Not wirkt disziplinierend.

Seehofer, der Söder noch vor nicht allzu langer Zeit die charakterlichen Fähigkeiten für höhere Ämter abgesprochen hatte, ist – wenn auch mit mäßigen 83,7 Prozent – erneut zum CSU-Vorsitzenden gewählt worden. Aber er ist nicht mehr der große Patriarch, sondern ein Parteichef, dessen Stern sinkt. Die CSU abermals in eine Große Koalition zu führen und dabei so viele Punkte von der weißblauen Wunschliste wie möglich durchzusetzen, könnte der letzte große Dienst sein, den Horst Seehofer seiner Partei erweist.

Nicht auszuschließen, dass er am Ende Angela Merkels Angebot ausschlägt, ins nächste Bundeskabinett zu wechseln und im Herbst 2018 nach der Bayernwahl den Parteivorsitz abgibt. Seehofer wäre damit gelungen, was nur wenige Spitzenpolitiker schaffen: Ein Abschied, ohne von den eigenen Leuten vom Hof gejagt zu werden.

Diesen Schritt zu vollziehen, erfordert allerdings Stärke. Hat Seehofer diese Stärke? Darüber gehen in der CSU die Meinungen auseinander.

Söder und er haben sich über Jahre hinweg bekämpft, doch sie sind Profis genug, um mit Blick auf die Landtagswahl, bei der die CSU – Stand jetzt – ihre absolute Mehrheit verlieren würde, ihre Privatfehde zumindest vorübergehend beizulegen. Kurzfristig mag das Konzept Doppelspitze aufgehen. Langfristig aber ist die Doppelspitze Seehofer/Söder kein Erfolgsmodell für die CSU.

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