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Politik China reagiert mit Strafzöllen auf US-Importe
Nachrichten Politik China reagiert mit Strafzöllen auf US-Importe
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10:46 06.07.2018
Um Mitternacht Washingtoner Zeit traten die Sonderabgaben der USA von 25 Prozent auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft. Quelle: dpa
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Peking

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nach Inkrafttreten von US-Strafzöllen auf chinesische Importe reagierte China am Freitag mit ähnlichen Sonderabgaben auf Einfuhren aus den USA. Die Zollerhöhungen sollen „sofort in Kraft getreten“, sagte der Sprecher des Außenministeriums am Freitag vor der Presse.

Schon zuvor hatte eine Sprecher des Handelsministeriums angekündigt, man sehe sich zu einem „notwendigen Gegenangriff“ gezwungen. Die beiden größten Volkswirtschaften steuern damit auf einen Handelskrieg zu, der potenziell schwere Folgen auch für Deutschland, Europa und die gesamte Weltwirtschaft haben könnte.

25 Prozent auf Importe aus China

Um Mitternacht Washingtoner Zeit traten die Sonderabgaben der USA von 25 Prozent auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft. Sofort danach seien die chinesischen Strafzölle wirksam geworden, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Lu Kang. Dazu gehören Sonderabgaben auf Autos oder auch Sojabohnen und Schweinefleisch aus den USA, was auf die Wählerschaft von US-Präsident Donald Trump im ländlichen Raum zielt.

US-Präsident Trump hatte klargemacht, dass er im Falle chinesischer Vergeltung zu einer weiteren Eskalation bereit ist. Er drohte wenige Stunden vor Inkrafttreten der Zölle mit weiteren Sonderabgaben auf chinesische Importe von insgesamt mehr als 500 Milliarden US-Dollar. Damit wären alle Ausfuhren aus China in die USA betroffen. Ob er seine Drohung wahr macht oder mit seiner waghalsigen Politik nur seine Verhandlungsposition stärken will, schien unklar.

Trump holt weiter aus

Zunächst kämen die Zölle für Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar zum Einsatz, sagte Trump vor Journalisten. „Und dann haben wir weitere 16 (Milliarden) in zwei Wochen“, fügte er hinzu. „Und dann sind wir, wie bekannt ist, auf weitere 200 Milliarden eingestellt, und nach den 200 Milliarden sind wir auf 300 Milliarden eingestellt.“

Dass China mit 500 Milliarden US-Dollar mehr als die USA mit 130 Milliarden nach China exportieren, ist Trump ein Dorn im Auge. Er begründet die jetzigen Strafzölle aber mit zwangsweisen Transfer von Technologie, Verstößen gegen Urheberrechte oder auch unfairer staatlicher Subventionen für innovative Industrien in China.

Verstoß gegen WTO-Regeln

China kritisierte die Strafzölle als Verstoß gegen Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), die das Handelsministerium jetzt über die Entwicklung unterrichten will. Die USA verfolgten „Schikane im Handel“, was die Produktionsketten schädige, die Erholung der Weltwirtschaft beeinträchtige und Unruhe auf den globalen Märkten auslöse. „Es wird nicht nur nutzlos sein, sondern auch die Interessen der US-Unternehmen und Amerikaner schädigen“, sagte der Sprecher.

Volkswirte befürchten, dass sich der Konflikt zwischen China und den USA zu einem unkontrollierbaren Handelskrieg auswächst.

Von dpa/RND

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