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Politik Clinton wollte „nie wieder das Haus verlassen“
Nachrichten Politik Clinton wollte „nie wieder das Haus verlassen“
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10:59 17.11.2016
Gezeichnet: Hillary Clinton bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Eingeständnis ihrer Wahlniederlage. Quelle: afp
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Washington

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Eingeständnis ihrer Wahlniederlage gegen Donald Trump hat Hillary Clinton sich zutiefst enttäuscht über das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl gezeigt.

Seit der Wahl vor gut einer Woche fragten sich viele Menschen, ob die USA „das Land sind, für das wir sie gehalten haben“, sagte die unterlegene Kandidatin der Demokratischen Partei am Mittwochabend bei einer Benefizveranstaltung in Washington.

Clinton vermeidet den Namen Trump

Die Wahl habe eine tiefe Spaltung in der Bevölkerung zutage gebracht, sagte Clinton. Sie sei stärker enttäuscht, „als ich es jemals ausdrücken könnte“. Es sei nicht leicht für sie, wieder öffentlich aufzutreten: „Es gab einige Male in der vergangenen Woche, wo ich mich am liebsten mit einem guten Buch oder unseren Hunden eingekuschelt und nie wieder das Haus verlassen hätte.“

Bei der Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten von Kindern aus armen Familien äußerte sich Clinton - ohne ihn beim Namen zu nennen - auch zu den Ankündigungen des designierten Präsidenten Trump, Millionen von illegalen Einwanderern aus den USA abzuschieben.

„Es gibt Kinder, die heute Angst haben - wie das kleine Mädchen, das ich in Nevada getroffen habe und das in Tränen ausbrach, als es mir erzählte, wieviel Angst es hat, dass ihm seine Eltern weggenommen und abgeschoben werden könnten“, sagte Clinton. „Kein Kind sollte mit einer solchen Angst leben müssen.“

Zahlen & Fakten zum US-Wahlergebnis

  • 29,9 Prozent der US-Amerikaner haben gar nicht gewählt. 28,6 Prozent waren nicht zugelassen. 19,8 Prozent wählten Hillary Clinton und 19,5 Prozent Donald Trump.
  • Landesweit haben 217 Bezirke mehrheitlich für Trump gestimmt, die 2012 noch für Barack Obama waren.
  • 14 Prozent aller Wähler hielten weder Clinton noch Trump für fähig, Präsident zu sein. Aus dieser Gruppe entschieden sich trotzdem 69 Prozent für Trump.
  • In den letzten 100 Tagen des Wahlkampfs war Trump 133 Mal in so genannten Swing States. Clinton kommt auf 87 Besuche und war nie in Wisconsin - den Bundesstaat sollte sie denn auch überraschend verlieren.
  • Für Trump haben mehr Schwarze und Latinos gestimmt als 2012 für den Republikaner Mitt Romney.
  • 52 Prozent der Wähler waren Frauen. Sie wählten zu 54 Prozent Clinton und 42 Prozent Trump. Von den Männern stimmten 53 Prozent für Trump und 41 Prozent für Clinton.
  • 58 Prozent der weißen Wähler gaben ihre Stimme für Trump ab und nur 37 Prozent für Clinton.
  • So stellten sich auch 53 Prozent der weißen Frauen hinter den Republikaner. Die Demokratin kam auf 43 Prozent.
  • Alle Minderheiten stimmten mit großer Mehrheit für Clinton, vor allem Schwarze, hier waren es fast neun von zehn. Bei den Latinos waren es 65 Prozent, ebenso bei Asiaten.
  • Auch junge Wähler bevorzugten Clinton. So stimmten in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen 55 Prozent für die Demokratin und 37 Prozent für ihren Konkurrenten. In der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen lag das Verhältnis bei 50 zu 42 Prozent.
  • In den Städten mit über 50 000 Einwohnern vereinigte Clinton 59 Prozent auf sich. Je weiter es aus den Städten hinausgeht, umso stärker wurde Trump: In Kleinstädten oder ländlichen Gebieten stimmten 62 Prozent für den Republikaner.
  • Die Demokraten konnten ihren Abwärtstrend der vergangenen Jahre zumindest etwas stoppen, aber nicht so stark wie erhofft. So gewannen sie lediglich zwei Sitze im Senat hinzu und acht im Repräsentantenhaus. Die Republikaner behielten die Mehrheit in beiden Kammern.
  • Bei den Gouverneursämtern gewannen die Republikaner zwei hinzu, die zuvor in demokratischer Hand waren. Das Ergebnis in North Carolina steht noch aus.

Von afp/RND/dpa/zys

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