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Das FBI wendet sich gegen Trump

Kommentar Das FBI wendet sich gegen Trump

Es war ein denkbar schlechter Montag für Donald Trump. Aber daran ist er selbst schuld. Was geschieht eigentlich, wenn dieser US-Präsident eine reale Herausforderung zu meistern hat? Ein Kommentar von Stefan Koch.

Donald Trump.

Quelle: AP

Washington. Erschrocken blicken nicht nur die Amerikaner, sondern Menschen in aller Welt auf Washington: Wer entwirrt das Knäuel immer neuer Unterstellungen und Vorwürfe rund um einen Präsidenten, der zwar erst seit genau zwei Monaten regiert, aber mehr Unruhe und Unfrieden gestiftet hat als andere in vielen Jahren?

Jetzt pfeift, darin liegt eine historische Premiere, der Chef des FBI den Mann im Weißen Haus zurück. „Ich habe keine Informationen, die die Tweets des Präsidenten unterstützen“, sagt Comey. Frei übersetzt bedeutet dies: Es wäre besser, wenn Trump endlich aufhören würde, über Twitter ungeheuerliche und zugleich unbeweisbare Anschuldigungen über seinen Amtsvorgänger Barack Obama in die Welt zu setzen.

Noch nie war der Posten des mächtigsten Mannes der westlichen Welt besetzt mit einem, der so leichtfertig mit der Würde anderer Menschen, ja der Würde der gesamten Nation umgeht. Trump hat das abgrundtief Skandalöse verkannt, das in seinen Behauptungen liegt. Entweder stimmt der Vorwurf, sein Vorgänger habe ihn abhören lassen – dann würde sich das Bild Obamas nachhaltig verfinstern. Oder seine Vorwürfe stimmen nicht – dann hat Trump mit falschen Verdächtigungen hantiert. Ein Mann, der so etwas wider besseres Wissen tut, gehört nicht ins Weiße Haus.

Auch unter Trumps Republikanern bröckelt der Rückhalt

Die Zustimmungswerte für Trump sinken und sinken. Als positiv bewerten seine Amtsführung laut Gallup-Umfrage nur noch 37 Prozent der Amerikaner. Andere Präsidenten kamen zwar im Laufe ihrer Amtszeit auf noch niedrigere Werte, doch noch keiner erreichte so früh ein solches Tief.

Auch unter Trumps Republikanern bröckelt der Rückhalt. Die Republikaner sorgen sich zunehmend um die Stimmung in ihren Wahlkreisen. Es irritiert viele Konservative, dass der FBI-Chef jetzt erstmals öffentlich ankündigte, die Kontakte von Trumps Wahlkampfteam zu Russland untersuchen zu wollen.

Seit Langem steht der Verdacht im Raum, dass die Kooperation von Trumps Leuten mit Moskau viel enger gewesen sein könnte, als es der Chef des Weißen Hauses einräumt. Eine der vielen Fragen lautet: Wie nah war sein Vertrauensmann Michael Flynn den Russen gekommen? Am 22. Januar wurde Flynn Nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus, am 13. Februar trat er zurück. Eine weitere Frage: Welche Rolle spielte der moskaufreundliche Trump-Berater Paul Manafort, der bereits ein Vierteljahr vor der Wahl zurücktrat?

Die Amerikaner werden Zeuge einer Serie von Krisen, die bislang stets von Trump selbst geschaffen wurden. Was geschieht eigentlich, so fragen inzwischen viele, wenn dieser US-Präsident eines Tages nicht mehr nur gegen seine eigene Unzulänglichkeit kämpfen muss, sondern eine reale Herausforderung zu meistern hat?

Von Stefan Koch/RND

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