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Politik Das Rätsel Melania Trump
Nachrichten Politik Das Rätsel Melania Trump
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15:48 18.10.2016
Gern im Hintergrund von „The Donald“: Melania Trump. Quelle: Getty
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New York

Das stellt sie auch bei ihrem jüngsten CNN-Interview unter Beweis: Anderson Cooper, der zu den charmantesten Moderatoren des US-Fernsehens zählt, gelingt es kaum, ein spontanes Lachen oder auch nur eine entspannte Atmosphäre zu erzeugen. Wie eingefroren wirkt ihr Lächeln.

Die Ehefrau des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers bleibt vielen Amerikanern auch knapp vier Wochen vor der Wahl ein Rätsel.

Einer Sphinx gleich, sind die Fotos des früheren Supermodels zwar noch einigen Älteren bekannt, aber wer sich hinter der stets perfekten Fassade verbirgt, bleibt unbekannt. Genauer gesagt: Es interessiert an der Parteibasis auch kaum jemanden. Wer sich auf den Wahlveranstaltungen umhört, spürt schnell, dass es den Anhängern einzig und allein um „The Donald“ geht, der die Hauptstadt vom Kopf auf die Füße stellen soll. „The Donald“ ist übrigens eine Formulierung, die auf Melania zurückgeht.

Die waschechten Trump-Anhänger stören sich auch nicht an der – vorsichtig gesagt – unkonventionellen Art, wie Trump zu Beginn seiner Kampagne Melania erstmals öffentlich vorstellte. Als er im Januar in Iowa über die Bedeutung der Familie sprach, rief er seiner Ehefrau spontan und in einem ruppigen Ton zu, sich mal eben vorzustellen: „Honey, stand up!“

Melania Trump pflegt einen entspannten Kontakt zu den Clintons

Nur die New Yorker wissen es genauer: Melania mag in den Vereinigten Staaten eher unbekannt sein, aber in „Big Apple“ ist sie ein fester und beliebter Bestandteil der Szene. Sie gilt als „Helicopter Mom“, die ständig um ihren zehnjährigen Sohn Barron herum ist, organisiert regelmäßige Benefizabende und pflegt einen entspannten Kontakt zum Clinton-Clan – immerhin waren Hillary und Bill Clinton Ehrengäste auf ihrer Hochzeitsfeier in Florida.

Und in Manhattan ist man auch nicht erstaunt, dass die 46-Jährige insgeheim wohl lieber daheim bleibt: Sie residiert in einem 100-Millionen-Euro-Penthouse an der Fifth Avenue mit Blick über den Central Park. Die Dekoration erinnert an Versailles: Marmor, Deckengemälde und 24-Karat-Gold, so weit das Auge reicht. Das Weiße Haus kann da nicht mithalten.

Ist die Zurückhaltung nur Strategie?

Aber wer weiß? Vielleicht versteckt sie nur ihre eigentlichen Ambitionen. So ist der Schriftsteller Joshua Cohen davon überzeugt, dass es die gebürtige Slowenin besonders geschickt anstellt – zum Beispiel mit dem Plagiat in ihrer Rede auf dem Nominierungsparteitag: Frau Trump habe sich ganz gezielt bei der amtierenden First Lady Michelle Obama bedient, um ihre Herkunft aus einem kommunistischen Land zu überdecken. Beim Namen Melania denke nun niemand mehr daran, dass sie ein Ex-Model aus Ex-Jugoslawien ist. Alle würden nur über Fälscherqualitäten reden. Quasi ein geschickter Schachzug.

Fest steht, dass sie genau weiß, wie sie sich als First Lady verhalten würde: Sie will sich politisch zurückhalten, sich auf die Erziehung ihres Sohnes und auf eine traditionelle Rolle konzentrieren. Donald Trumps Anhängerschaft dürfte das gefallen.

Von RND/Stefan Koch

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