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Politik Das „Team Sahra“ setzt auf Konfrontation
Nachrichten Politik Das „Team Sahra“ setzt auf Konfrontation
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21:08 29.09.2016
Will die Linken durch den Wahlkampf führen: Fraktionschefin Sahra Wagenknecht. Quelle: dpa
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Berlin

Ein Jahr vor der Bundestagswahl streiten sich Fraktions- und Parteiführung der Linken heftig um die Spitzenkandidatur. Die Fraktionschefs Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch haben angekündigt, die Partei als Duo in den Wahlkampf führen zu wollen. Für ein anderes Führungskollektiv stünden sie hingegen nicht bereit. Das war ein Affront gegen Parteichefin Katja Kipping, der auch Ambitionen auf den Spitzenplatz nachgesagt werden.

Die erhält nun Unterstützung von den sieben mächtigen ostdeutschen Landesverbänden, die den Vorstoß von Wagenknecht und Bartsch ablehnen und auf mit dem Parteivorstand abgestimmte Personalvorschläge setzen. In einem Brief an den Parteivorstand , der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, warnen die Landesvorsitzenden vor „individuellen Wahlkämpfen auf der Basis individueller Wahlstrategien und innerparteilich umstrittener Positionen“.

Erst die Strategie, dann die Kandidatur

Sie bezeichnen den Vorstoß von Wagenknecht als „massiven Rückschlag“ auf dem Weg zum Bundestags-Wahlkampf 2017. „Aus unserer Sicht kommt erst die Wahlstrategie, dann die Spitzenkandidaturen“, schreiben Klaus Lederer aus Berlin, Heidrun Bluhm aus Mecklenburg-Vorpommern, Christian Görke aus Brandenburg, Birke Bull aus Sachsen-Anhalt, Rico Gebhardt aus Sachsen und Susanne Hennig-Wellsow aus Thüringen.

Hintergrund des Ausbremsens der Fraktionschefs durch die Ost-Länder ist das gestörte Verhältnis zur Fraktionsspitze. Wagenknecht sei für Alleingänge bekannt, sagen ostdeutsche Landeschefs. Ihr Ko-Chef Bartsch gilt als schwach und verliert daher Rückhalt im Osten. Die Ost-Länderchefs werben für rot-rot-grün als „mögliche Option und Alternative zur Merkel-Ära“. Wagenknecht ist skeptisch, dass diese Option funktionieren kann. Auch Teile des Parteivorstands fühlen sich von Wagenknecht und Bartsch vor den Kopf gestoßen.

Teilen der Partei missfällt der Alleingang

„Die Verselbständigung der Fraktionsspitze war in der Vergangenheit schon öfter problematisch“, sagt etwa Vorstandsmitglied Katalin Gennburg. Die Berliner Abgeordnete fordert „basisdemokratische Teilhabe“ ein. Wagenknechts Unterstützer halten den Vorstoß der Fraktionsvorsitzenden hingegen für „eine faire Ansage“ und die resultierende Aufregung für einen Versuch des Kipping-Lagers, „die Fraktionsspitze zu desavouieren“. So sagt es eine prominente Bundestagsabgeordnete.

Beruhigend eingreifen möchte Fraktionsvize Jan Korte. Er sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht führen die Fraktion seit einem Jahr erfolgreich zusammen. Es ist erfreulich, dass sie sich bereit erklären, Verantwortung zu übernehmen. Wo ist das Problem? Alles Weitere wird die Partei in den entsprechenden Gremien klären.“

Von Jan Sternberg

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