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Das schwere Los des SPD-Kanzlerkandidaten

K-Frage Das schwere Los des SPD-Kanzlerkandidaten

Der Streit um das Kanzleramt hat in der SPD schon so einige Männerfreundschaften gekostet. Wer nach oben will, lässt bei den Sozialdemokraten keinen Weg ungenutzt – auch wenn das nicht zwingend auch Erfolg bedeutet. Einige Beispiele aus der jüngsten Geschichte der Genossen.

Ein Bild aus 1998: Damals sind Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine beste Freunde.

Quelle: dpa

Berlin. Die SPD und die Kür ihrer Kanzlerkandidaten, das sorgte in der Vergangenheit oft für besondere Geschichten.

1998: GERHARD SCHRÖDER

Haben sich nicht mehr viel zu sagen

Haben sich nicht mehr viel zu sagen: Oskar Lafontaine (hi.) und Gerhard Schröder.

Quelle: dpa

Damals konkurrierten Schröder und Parteichef Oskar Lafontaine um die Spitzenkandidatur. Entschieden wurde das Rennen am 1. März bei der Landtagswahl in Niedersachsen. Der kraftstrotzende Ministerpräsident Schröder hatte angekündigt, in der K-Frage zurückzuziehen, wenn er mehr als zwei Prozentpunkte verliert. Schröder aber rockt die Wahl, holt für die SPD mit 47,9 Prozent ein Plus von 3,6 Prozentpunkten. Irgendwann klingelt in Hannover ein Telefon. Schröder geht ran, es ist Lafontaine: „Na, Kandidat“, soll der Saarländer zur Begrüßung gesagt haben. Lafontaine macht den Weg für Schröder frei, bildet mit ihm im Wahlkampf eine Doppelspitze.

Eine wegweisende Entscheidung, mit guten und schlechten Folgen für die SPD. Schröder schlägt Kohl und wird Kanzler. Doch die Freundschaft mit Oskar zerbricht. Im März 1999 schmeißt der gekränkte Finanzminister Lafontaine hin, wird später Chef der neuen Linkspartei. „Und so resultierte aus dem Dualismus der sozialdemokratischen Doppelspitze des Jahres 1998 die Spaltung der Linken sieben Jahre später“, schrieb der Göttinger Parteienforscher und SPD-Kenner Franz Walter für den „Spiegel“.

2009: FRANK-WALTER STEINMEIER

Werden wohl keine guten Freunde mehr

Werden wohl keine guten Freunde mehr: Frank-Walter Steinmeier (vo.l.) und Kurt Beck (hi.r.)

Quelle: dpa

Am 6. September 2008, ein Sonnabend ein Jahr vor der Wahl, sickert durch, dass Außenminister Steinmeier bei der K-Frage zugreift. Erst heißt es noch, das sei im besten Einvernehmen mit Parteichef Kurt Beck erfolgt. Doch am Tag darauf kommt es bei der Klausur der Spitzengenossen zum Putsch vom Schwielowsee. Der glücklose Pfälzer Beck schmeißt entnervt hin, spricht von Intrigen. Franz Müntefering kehrt an die Parteispitze zurück. Dem in Umfragen populären Steinmeier geht auf der Strecke die Luft aus. Gegen Angela Merkel hat er am Ende keine Chance, die SPD stürzt mit 23 Prozent auf ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis ab.

2013: PEER STEINBRÜCK

Raus mit Applaus

Raus mit Applaus: Peer Steinbrück (Mi) scheitert 2009 als Kanzlerkandidat, Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier räumten extra das Feld.

Quelle: dpa

Auch dieses Mal kommt es anders, als sich die Parteispitze es vorgenommen hatte. Drei Kandidaten stehen zur Auswahl: Ex-Finanzminister Steinbrück, Parteichef Sigmar Gabriel und Steinmeier. Ende September 2012 macht Steinmeier, der sich eine erneute Kandidatur nicht antun will, beim Abendessen mit ein paar Journalisten seinen Verzicht deutlich. Das Drehbuch, die Verkündung möglichst bis zu Beginn des Wahljahres hinauszuzögern, ist im Eimer. Der in München weilende Gabriel, der selbst nicht wollte, fliegt überstürzt nach Berlin zurück, um Steinbrück in der Parteizentrale zu präsentieren. Die Kür ist verpatzt, es wird ein Pleiten-Pech-und-Pannen-Wahlkampf. Steinbrück und die SPD landen bei 25,7 Prozent. Gabriel führt die Partei per Mitgliederentscheid in die große Koalition.

Von RND/dpa

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