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11:27 20.11.2016
Die Kandidaten der französischen Konservativen für die Präsidentschaftswahl 2017 (v.l.n.r.), Jean-Francois Cope, Nicolas Sarkozy, Alain Juppe, Nathalie Kosciusko-Morizet, Jean-Frederic Poisson, Francois Fillon und Bruno Le Maire. Quelle: dpa
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Paris

Die Anhänger der französischen Konservativen stimmen an diesem Sonntag über ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2017 ab. Sieben Politiker treten bei der Vorwahl an, als Favoriten gelten die früheren Regierungschefs Alain Juppé und François Fillon sowie Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Wenn wie erwartet kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, entscheidet eine Stichwahl in der kommenden Woche.

Das sind die Kandidaten der Rechten

Alain Juppé: Der 71-jährige Ex-Premier ist der älteste in der Kandidatenrunde. Er gilt zwar als Favorit, sein Sieg ist aber nicht sicher. Der Bürgermeister von Bordeaux setzt laut Tageszeitung „Le Figaro“ auf eine „Rechte mit menschlichem Gesicht“ und will damit auch die politische Mitte erreichen.

Nicolas Sarkozy (61): Der frühere Staatschef (2007 bis 2012) profiliert sich nach der Terrorserie als Sicherheits-Hardliner. Mit provokanten Aussagen zur nationalen Identität besetzt er auch Themen der Rechtsaußen-Partei Front National. In der TV-Debatte am Donnerstag reagierte er sehr gereizt auf eine Frage zu neuen Vorwürfen, wonach Gelder aus Libyen für seinen Wahlkampf 2007 geflossen sein sollen. Belastet wird er zudem von mehreren Ermittlungsverfahren.

François Fillon (62): Sarkozys früherer Premierminister legte in Umfragen zuletzt deutlich zu und gilt deshalb als ein Überraschungskandidat. Er will Frankreich einer Rosskur unterwerfen, um wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Motto: Öffentliche Ausgaben runter, Rentenalter rauf.

Nathalie Kosciusko-Morizet (43): „NKM“, wie sie häufig genannt wird, kommt aus einer Politikerfamilie. Sie war Ministerin und Sprecherin Sarkozys bei den Präsidentenwahlen 2012. Sie verließ 2015 die Führung der konservativen Republikaner und steht heute an der Spitze der konservativen Opposition in Paris.

Bruno Le Maire (47): Der Absolvent von Elitehochschulen und Ex-Minister sieht sich als Erneuerer. „BLM“ gilt als Intellektueller in der Runde - er schreibt Bücher und spricht Deutsch.

Jean-François Copé (52): Copé ist einer der wenigen Kandidaten, die nicht unter Sarkozy in der Regierung saßen. Der frühere Parteichef ist ein Gegner des Ex-Präsidenten und spricht mit seinen Positionen vor allem den harten konservativen Kern an.

Jean-Frédéric Poisson (53): Der Ultrakonservative gehört als einziger nicht zur Partei der Republikaner, sondern zur kleinen Christdemokratischen Partei. Poisson machte 2015 Schlagzeilen, als er sich mit Syriens Machthaber Baschar al-Assad traf.

Gute Chancen für den Sieger vom Sonntag

Es ist das erste Mal, dass die bürgerliche Rechte ihren Kandidaten mit einer Abstimmung kürt, an der alle Sympathisanten teilnehmen können. Dem Sieger werden gute Chancen für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr ausgerechnet. Umfragen sagen derzeit ein Duell zwischen dem konservativen Bewerber und der Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National (FN) voraus. Ob der angeschlagene sozialistische Amtsinhaber François Hollande wieder antritt, ist noch offen.

Weil unklar ist, wie viele und welche Wähler letztlich abstimmen, sind Prognosen aber mit großer Unsicherheit behaftet. An der Vorwahl können alle Franzosen teilnehmen, die im Wählerregister stehen, zwei Euro Kostenbeteiligung zahlen und sich schriftlich zu den Werten der bürgerlichen Rechten und des Zentrums bekennen.

Sozialisten bestimmen ihren Kandidaten im Januar

Erste Teilergebnisse sollen voraussichtlich gegen 20.30 Uhr veröffentlicht werden. Spekuliert wurde im Vorfeld, ob auch Anhänger der Linken oder der Front National zur Wahl gehen könnten, um das Ergebnis in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Auch die regierenden Sozialisten wollen ihren Kandidaten für den Élysée-Palast in einer Vorwahl küren, sie ist für Januar geplant. Amtsinhaber Hollande will über seine Kandidatur im Dezember entscheiden. Nach Konflikten über Wirtschaftsreformen und die Anti-Terror-Politik sowie umstrittenen Äußerungen in einem Enthüllungsbuch ist der Staatschef auch im eigenen Lager isoliert.

Von dpa/afp/RND

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