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Politik Deniz Yücel wird dem Staatsanwalt vorgeführt
Nachrichten Politik Deniz Yücel wird dem Staatsanwalt vorgeführt
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12:28 27.02.2017
Deniz Yücel. Quelle: dpa
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Berlin, Istanbul

Der 43-Jährige Yücel soll am Montag von der Staatsanwaltschaft nun vernommen werden, wie „Die Welt“ berichtete. Im Laufe des Tages könnte der Journalist entweder auf freien Fuß gesetzt werden, oder die Staatsanwaltschaft stellt einen Antrag auf Untersuchungshaft. Ein Haftrichter würde dann nach einer Anhörung über den Antrag entscheiden.

Nach Angaben der Polizei wird gegen Yücel wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, Terrorpropaganda und Datenmissbrauchs ermittelt. Hintergrund der Vorwürfe ist offenbar Yücels Berichterstattung über E-Mails des türkischen Energieministers Berat Albayrak, einem Schwiegersohn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Die Mails, in denen es unter anderem um manipulierte Twitter-Accounts und die staatliche Kontrolle über die Medien ging, waren von dem linksgerichteten türkischen Hackerkollektiv „Redhack“ veröffentlicht worden.

Unter dem Ausnahmezustand in der Türkei können Verdächtige bis zu 14 Tage in Gewahrsam gehalten werden. Demnach muss Yücel spätestens Dienstag einem Haftrichter vorgeführt oder freigelassen werden.

Dündar rechnet mit Yücels Ausweisung

Der regierungskritische türkische Journalist Can Dündar kritisierte die Festsetzung Yücels. „Die Regierung will keine ausländischen Beobachter mehr im Land dulden, weil diese noch mehr Möglichkeiten haben, über die Ungerechtigkeit zu berichten, als die einheimischen Journalisten“, sagte der frühere Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ und Gründer der deutsch-türkischen Internetplattform Özgürüz den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“.

Dündar äußerte die Hoffnung, dass Yücel am Dienstag freigelassen werde. „Deniz Yücel ist ein mutiger Korrespondent, der die wichtigen Fragen stellt. Jetzt wird er den Preis zahlen müssen. Es gibt keine Rechtsstaatlichkeit mehr in der Türkei, deswegen wird die Regierung über seinen Fall entscheiden“, sagte er. Er erwarte, dass Yücel, der die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, aus der Türkei ausgewiesen werde. Yücel befindet sich seit dem 14. Februar im Istanbuler Polizeipräsidium in Gewahrsam.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangt von der Türkei, im Ermittlungsverfahren gegen den Yücel rechtsstaatliche Regeln einzuhalten.

Von epd/dpa/RND

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