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Politik Der Kampf um CSU-Spitzenämter ist voll entbrannt
Nachrichten Politik Der Kampf um CSU-Spitzenämter ist voll entbrannt
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18:21 02.12.2017
Horst Seehofer könnte erneut für den Parteivorsitz kandidieren. Allerdings fällt nun auch der Name Manfred Weber. Quelle: dpa
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München

Vor der geplanten Entscheidung im CSU-Machtkampf hat Parteichef und Ministerpräsident Horst Seehofer versichert, sich an keines seiner Ämter zu klammern. In einer Sitzung des CSU-Bezirksvorstands Oberbayern am Samstag habe er dies sogar mehrfach hervorgehoben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur übereinstimmend von mehreren Teilnehmern.

Seehofer bekräftigte demnach den verabredeten Zeitplan, wonach erst am Montag abschließend entschieden werden soll, wer die CSU und den Freistaat Bayern künftig führen soll. Seine eigenen, konkreten Zukunftspläne habe er weiter offengelassen. Am Sonntag will Seehofer dazu noch zahlreiche Gespräche führen.

Manfred Weber wird als Kandidat für den Vorsitz ins Spiel gebracht

Am Montag sind Sitzungen der CSU-Landtagsfraktion und dann des CSU-Parteivorstands angesetzt. Allgemein erwartet wird in der CSU inzwischen, dass Seehofer nicht mehr Landtags-Spitzenkandidat wird und sein Ministerpräsidentenamt spätestens zur Landtagswahl im Herbst 2018 abgibt. Unklar ist, ob er sich auf dem Parteitag Mitte Dezember noch einmal als Parteivorsitzender zur Wahl stellen will - viele Christsoziale rechnen aber inzwischen damit. Und mehrere führende CSU-Politiker versuchen weiter, den 68-Jährigen dazu zu bewegen.

Auch die oberbayerische CSU-Bezirksvorsitzende Ilse Aigner habe Seehofer in der Sitzung gebeten, als Parteichef weiterzumachen, hieß es. „Horst Seehofer hat unsere volle Unterstützung“, erklärte sie nach einer Bezirksvorstandssitzung am Samstag in München. „Er ist der stabilisierende Faktor an der Spitze der CSU. Das soll auch künftig so bleiben.“ Seehofer will am Montag erklären, ob er noch einmal als Parteichef antritt.

Die CSU Niederbayern dagegen hat sich hinter den Europaabgeordneten Manfred Weber als möglichen Parteivorsitzenden gestellt. Zwar kandidiere Weber - „Stand heute“ - als stellvertretender Parteivorsitzender, sagte der Bezirksvorsitzende Andreas Scheuer am Samstag nach einer Vorstandssitzung in Plattling (Kreis Deggendorf). Aber: „Sollten sich andere Fragen ergeben, dann hat diese Bezirksvorstandschaft klar formuliert, was unser Ziel ist.“ Er bejahte die Frage, ob der Bezirk geschlossen hinter einer Vorsitzendenkandidatur Webers stehen würde.

Die Niederbayern wollen Markus Söder als Spitzenkandidaten

Mit Spannung erwartet wird inzwischen unter anderem, ob es um die Spitzenkandidatur eine Kampfabstimmung in der Fraktion zwischen Finanzminister Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann gibt. Auch in dieser Frage opponiert die Niederbayern-CSU gegen Horst Seehofer, der gerne Herrmann als Spitzenkandidaten sehen würde. In einer Bezirksvorstandssitzung am Samstag hätten sich die meisten aber für Finanzminister Markus Söder statt für Herrmann ausgesprochen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Das Stimmungsbild sei sehr klar, hieß es - es habe aber keine förmliche Abstimmung gegeben.

Von dpa/RND

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