Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Deutschland liefert Erdogan Waffen für 5,6 Millionen Euro
Nachrichten Politik Deutschland liefert Erdogan Waffen für 5,6 Millionen Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:55 10.08.2017
Präsident Erdogan stänkert zwar gerne gegen Deutschland, trotzdem bestellt die Türkei fleißig deutsche Rüstungsgüter. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Deutschland beliefert die Türkei trotz angespannter Beziehungen weiterhin mit Rüstungsgütern. In den ersten vier Monaten dieses Jahres exportierten deutsche Firmen Waffen und Munition im Wert von 5,6 Millionen Euro an den Nato-Partner am Bosporus. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor, aus dem das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zitiert.

2016 lagen die Ausfuhren in die Türkei demnach bei insgesamt 49 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es 26,5 Millionen Euro. Auch Saudi-Arabien bezieht nach wie vor Waffen aus Deutschland. Nach Angaben des Ministeriums erhielt das Land zwischen 2012 und Juni 2017 Kriegsgerät im Wert von mehr als einer Milliarde Euro von deutschen Unternehmen, darunter in diesem Jahr gleich mehrere Patrouillenboote. Katar bezog aus deutscher Produktion von Mai 2012 bis Juni 2015 Maschinenpistolen, Munition, Radpanzer, Bergepanzer und Kampfpanzer im Gegenwert von mindestens 163 Millionen Euro.

Linken-Außenexpertin Sevim Dagdelen sagte dem RND, sie fürchte, eine zurzeit für die Türkei geplante Panzerfabrik unter Beteiligung des Düsseldorfer Rüstungskonzerns Rheinmetall könne dazu dienen, das Golfemirat über den Umweg Türkei weiterhin mit Panzern deutscher Bauart zu beliefern. Dagdelen warf der Bundesregierung vor, mit der Türkei, Saudi-Arabien und Katar Länder aufzurüsten, die den islamistischen Terror unterstützen. „Sehenden Auges riskiert die Bundesregierung, mit ihren Waffenlieferungen Öl ins Feuer der aktuellen Konflikte in der Region zu gießen.“ Die Linken-Politikerin forderte, speziell die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien unverzüglich zu stoppen, um sich nicht mitschuldig zu machen „am mörderischen Krieg der Golfdiktatur gegen den Jemen“.

Von RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Politik Multimedia-Special - Das Duell der Unberechenbaren

Donald Trump und Kim Jong Un sind auf Kollisionskurs. Ihre Kriegsrhetorik wird immer bombastischer, immer riskanter. Mit den jüngsten Drohungen schüren sie Angst vor dem Atomkrieg. Wie konnte es soweit kommen? Ein Multimedia-Special.

10.08.2017

Fünf Milliarden Euro für digitale Klassenzimmer in den 40.000 deutschen Schulen - das klang nach einer ziemlich guten Idee. Doch aus dem „Digitalpakt“-Plan von Bildungsministerin Wanka ist ein peinliches Gezerre zwischen Bund und Ländern geworden.

10.08.2017

Einen Tag nach einer Auto-Attacke auf Soldaten bei Paris setzen französische Top-Fahnder ihre Antiterror-Ermittlungen fort. Der festgenommene Tatverdächtige ist weiterhin nicht vernehmungsfähig.

10.08.2017
Anzeige