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Politik Deutschland sackt im Korruptions-Index ab
Nachrichten Politik Deutschland sackt im Korruptions-Index ab
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12:54 23.02.2018
Deutschland ist im Korruptionswahrnehmungsindex auf Platz zwölf abgerutscht. Quelle: dpa
Berlin 

Für den aktuellen Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index, CPI) 2017 seien insgesamt 180 Länder untersucht worden. „Die Mehrheit der Staaten erzielen keine oder zu wenig Fortschritte im Kampf gegen Korruption“, betonte die Organisation. Deutschland verschlechterte sich demnach auf der Rangliste um zwei Plätze und landet aktuell auf dem zwölften Rang.

Der CPI misst den Angaben zufolge die in Politik und Verwaltung wahrgenommene Korruption auf der Grundlage von unabhängigen Expertenbefragungen. Erfasst werden unter anderem Bestechung, Entwendung von öffentlichen Mitteln, Missbrauch öffentlicher Ämter für private Zwecke oder die Fähigkeit von Regierungen, Korruption einzudämmen. Nicht berücksichtigt werden dagegen Steuerbetrug, illegale Finanzströme, Geldwäsche, Korruption im privaten Sektor sowie Schattenwirtschaft und Märkte.

In Deutschland stagniere die Korruption

Vergeben werden in dem Index Punkte auf einer Skala von Null für ein hohes Maß an wahrgenommener Korruption bis 100 für keine wahrgenommene Korruption. Das niedrigste Korruptionsniveau herrschte demnach 2017 in Neuseeland (89 Punkte), Dänemark (88) und Finnland (85). Syrien (14), der Südsudan (12) und Somalia (9) rangieren dagegen auf den letzten Plätzen.

In Deutschland stagniere die Korruption mit 81 Punkten auf dem Niveau des Vorjahres, hieß es weiter. Dennoch sei die Bundesrepublik im internationalen Vergleich damit abgerutscht und liege nun hinter Luxemburg, Großbritannien, Kanada und den Niederlanden, die alle aktuell den achten Platz belegen.

„Der Korruptionswahrnehmungsindex macht deutlich: Wer nur verwaltet und keine neuen Initiativen ergreift, läuft Gefahr, international abgehängt zu werden“, sagte die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Edda Müller. Handlungsbedarf bestehe in Deutschland beim Thema Lobbyismus. So sprach sich die Organisation erneut für die Einführung eines Lobbyregisters aus sowie für „erweiterte Offenlegungspflichten für Interessenkonflikte“ und eine Verschärfung der Parteienfinanzierungsregeln.

„Allzu oft wird das Themenfeld Korruption und Lobbyismus von populistischen Strömungen besetzt“, kritisierte Transparency weiter. Nötig seien in Deutschland deshalb innovative Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung. So könne etwa eine öffentlich zugängliche Internetplattform zu dem Thema für mehr Transparenz sorgen.

Australien im Korruptions-Index schlechter als im Vorjahr

In den vergangenen sechs Jahren haben mehrere Länder wie Senegal und Großbritannien ihre Punktzahl im CPI deutlich verbessert, wie es weiter hieß. Länder wie Syrien, der Jemen, aber auch Australien hätte sich dagegen verschlechtert. In mehr als zwei Drittel der untersuchten 180 Ländern sei 2017 ein hohes Korruptionsniveau mit einem Punktwert unter 50 festgestellt worden.

Transparency verwies darauf, dass es bislang keinen Indikator zur objektiven und vollständigen Messung des Korruptionsniveaus gebe, weil Korruption normalerweise mit illegalen Vorgängen einhergehe, die nur durch Skandale, polizeiliche oder strafrechtliche Ermittlungen ans Licht kommen. Dennoch gebe es objektive Messungen von Korruption in bestimmten Sektoren. Der CPI gelte als weltweit bekanntester Korruptionsindikator, in den allerdings nur Länder aufgenommen würden, bei denen ausreichende Datenquellen vorhanden seien.

Von RND/epd