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Die Grenzen der Parteidisziplin: Paul Ryan will Donald Trump nicht folgen

Gespräch am Donnerstag Die Grenzen der Parteidisziplin: Paul Ryan will Donald Trump nicht folgen

Seinen Sieg in den Vorwahlen der Republikaner hat sich Donald Trump sicherlich anders vorgestellt. Kaum hatten sich die zwei letzten verbliebenen Mitbewerber Ted Cruz und John Kasich geschlagen gegeben, droht den Konservativen die Spaltung: Ausgerechnet Paul Ryan verweigert dem "Front Runner" die Gefolgschaft.

Paul Ryan (R) - Sprecher des Repräsentantenhauses (Archivbild)

Quelle: dpa

Washington. Seinen Sieg in den Vorwahlen der Republikaner hat sich Donald Trump sicherlich anders vorgestellt. Kaum hatten sich die zwei letzten verbliebenen Mitbewerber Ted Cruz und John Kasich geschlagen gegeben, droht den Konservativen die Spaltung: Ausgerechnet Paul Ryan verweigert dem "Front Runner" die Gefolgschaft.

Mit einer etwas eigentümlichen Formulierung setzt sich der Sprecher des Repräsentantenhauses vom Präsidentschaftskandidaten ab: "Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mich noch nicht hinter ihn stellen." Trump müsse noch mehr tun, um die Partei wieder zu einen. Gegenüber dem Sender CNN hob Ryan hervor: "Ich hoffe, dass ich noch dort hinkomme. Das ist mein Ziel."

Am Donnerstag soll es ein längeres persönliches Gespräch zwischen den Kontrahenten geben. Es gehe um republikanische Prinzipien und Ideen, heißt es in Ryan's Umfeld. Trump wiederum lässt wissen, dass es für ihn im Zweifelsfall wichtiger sei, Wähler aus dem demokratischen Lager zu gewinnen, als jedem republikanischen Funktionär hinterherzulaufen.

Mit seiner demonstrativen Distanz zu dem Sieger des parteiinternen Wettstreits steht Ryan nicht allein. Senator Ben Sasse ruft sogar indirekt dazu auf, schleunigst einen "dritten Weg" einzuschlagen und im Zweifelsfall einen unabhängigen Kandidaten aufzustellen. Aber Ryan ist der bisher ranghöchste Republikaner, der sich nicht an die Parteidisziplin gebunden fühlt.

Seit Jahren zählt Ryan zu den Hoffnungsträgern der amerikanischen Konservativen. Mit nur 46 Jahren blickt der dreifache Familienvater bereits auf eine beeindruckende Karriere zurück: Seit 1999 Kongressabgeordneter, 2012 Vizepräsidentschaftskandidat, Vorsitzender des mächtigen Haushaltsausschusses und nun Sprecher des Repräsentantenhauses.

In Washingtoner Kreisen gilt es daher längst als ausgemachte Sache, dass Ryan früher oder später auch ins Rennen um das Präsidentenamt einsteigt - vielleicht schon in vier Jahren.
Zuvor müssen die Republikaner allerdings ihre gegenwärtige Krise überwinden und sich gegebenenfalls völlig neu erfinden. Eine Partei, die auf längere Zeit einem Front Runner Donald Trump huldigt, kann sich Ryan jedenfalls schwer vorstellen.

Stefan Koch

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