Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Die TV-Debatte in Stichpunkten
Nachrichten Politik Die TV-Debatte in Stichpunkten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:44 27.09.2016
Sind beide mit sich im Reinen: Hillary Clinton und Donald Trump. Quelle: AFP
Hempstead

Der Wahlkampf in den USA ist mit dem Rededuell im Live-TV in seine heiße Phase gestartet. Hillary Clinton gegen Donald Trump – das Duell elektrisiert Millionen. Darum ging es in der Debatte:

DIE VORBEREITUNG: Clinton wirkte auf den Punkt top präpariert, manchmal sogar übervorbereitet, dann bekommt sie etwas Roboterhaftes. Trump allerdings ließ schnell klar werden, dass er von Briefings und Details tatsächlich nicht viel hält.

- VIELLEICHT EIN SCHNUPFEN? War Trump erkältet? Mehrfach zog er vernehmlich die Nase hoch. Bei einem Ereignis, in dem jede Kleinigkeit festgehalten wird, durchaus bemerkenswert.

- DIE ART DES AUFTRETENS: Trump trat so auf, wie es sich das Clinton-Lager vermutlich erhoffte – als Donald Trump. Impulsiv, überraschend nervös, ungeduldig. Nicht präsidentiell. Clinton gelang es, ihn zu provozieren.

- CLINTONS LÄCHELN: Manchmal konnte sie kaum an sich halten, schien sich auf die Antwort richtiggehend zu freuen, strahlte über das ganze Gesicht. Das kann auch gefährlich sein, überheblich wirken.

- VERTAUSCHTE FARBENLEHRE: Clinton im lauten Rot, Trump mit blauer Krawatte – die Wetten vor dem Duell gingen fest davon aus, dass Clinton im demokratischen Blau aufträte und Trump das Rot der Republikaner trüge. Die erste Überraschung, wenn auch nur äußerlich.

- WO IST OBAMA GEBOREN? Trump wollte oder konnte keine klare Antwort geben, das jahrelang gestreute und von ihm verbreitete Gerücht der „Birther“ über einen angeblichen Geburtsort Obamas außerhalb der USA nicht aus der Welt räumen. Seine Antwort ergab keinen Sinn.

- TRUMP UND DER IRAK-KRIEG: Dass Trump nochmals behauptete, er sei nie für einen Krieg der USA im Irak gewesen, macht es nicht richtiger. Er hat ihn nachweislich zunächst unterstützt.

- DIE DETAILTIEFE: Clinton nutzte den Abend, um ihre Politik vorzustellen, ihre Ideen und Ansätze. Trump nicht. Er blieb Konzepte und Details schuldig.

- DIE UNTERBRECHUNGEN: Der Blog „538“ hat mitgezählt – 27 zu 5. Demnach unterbrach Trump seine Konkurrentin 27 Mal kurz oder vollständig, sie ihn nur fünfmal. Sie war bemerkenswert zurückhaltend, ließ Trump als Trump wirken. „Vox.com“ zählte, dass Clinton insgesamt von Trump und dem Moderator 70 Mal unterbrochen wurde, Trump nur 47 Mal.

- DER MODERATOR: Ein wechselvoller Abend. Starke Momente, wenn er Trump in Sachen Irakkrieg oder Obamas Geburtsurkunde auf den Zahl fühlte, „fact checking“ betrieb. Ließ die Debatte aber auch sehr laufen, war manchmal unsichtbar, bekam dafür Lob und Kritik.

- TRUMPS STEUERERKLÄRUNG: Anders als alle Kandidaten seit Jahrzehnten will er sie nach wie vor für sich behalten. Warum, konnte er nicht überzeugend begründen.

- DAS REPERTOIRE: Wirkte auf beiden Seiten irgendwie bekannt. Viele Zitate waren nicht neu, die Themen oft besprochen, Positionen bekannt. Neue Anstöße, Überraschendes, Originelles präsentierten Clinton und Trump nicht.

- TRAFFIC IM NETZ: Top-Moment auf Facebook war Trumps Selbstlob für sein besonders gutes, ausgeglichenes Naturell.

- DER HANDSCHLAG: Würden sich die beiden, die sich seit Monaten so hart angehen, überhaupt die Hände reichen? Ja. Sogar zweimal, vorher und nachher. Trump tätschelte Clinton zum Schluss sogar den Rücken.

- DER SCHLUSSSATZ: „Ich werde das Ergebnis dieser Wahl auf jeden Fall mittragen“, sagte Clinton. Und Trump findet, nach einer gewundenen Antwort, diese überraschenden Worte: „Wenn sie gewinnt, werde ich sie uneingeschränkt unterstützen.“

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Politik Wahlkampf in Amerika - TV-Duell: Die wichtigsten Zitate

Die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump haben sich im ersten von bis zu drei TV-Duellen gegenüber gestanden. Die wichtigsten Zitate des Abends.

27.09.2016
Politik Kolumbien: Regierung und Rebellen beenden Krieg - Historischer Friedenschluss von Cartagena

Über 50 Jahre haben sie sich erbittert bekämpft, nun herrscht Frieden in Kolumbien: 220.000 Opfer hat der Krieg mit der Farc-Guerilla gefordert, bevor die Kriegsparteien bereit für eine gewaltfreie Ära waren.

27.09.2016
Politik TV-Duell um US-Präsidentschaft - Clevere Clinton, strauchelnder Trump

Es ist die Redeschlacht des Jahres: 100 Millionen Menschen erleben das TV-Duell von Hillary Clinton und Donald Trump. Während der Republikaner einmal mehr auf Angriff setzt, bleibt die Demokratin abgeklärt. Wer hat nun gewonnen?

27.09.2016