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16:54 20.11.2016
Will Kanzlerin bleiben: Angela Merkel. Quelle: dpa
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Hannover

Merkel macht’s also wieder. Zum vierten Mal will die Kanzlerin bei den Bundestagswahlen als Spitzenkandidatin der Union antreten – und auch den Parteivorsitz der CDU strebt sie wieder an, weil das eine zum anderen gehört, das ist ihre feste Überzeugung.

Wer auch sonst!? In der Union gibt es niemanden, der ihr diese Position streitig machen will. Oder kann. Das System Merkel hat sich mittlerweile so tief in das bundesrepublikanische Bewusstsein verwoben, dass die große Mehrheit der Deutschen eine ewige Kanzlerin für unvermeidlich hält. In der CDU sowieso, und sogar die Mehrheit der SPD-Wähler unterstützt ihre Kandidatur. Hauptsache, es bleibt alles so, wie es ist.

Menschen sehnen sich nach Konstanz

Damals wie heute gilt: In unruhigen Zeiten sehnen sich offenkundig viele Menschen nach Konstanten. Und Merkel ist die Oberkonstante, ganz gleich, welche politischen Versäumnisse sie zu verantworten hat: Flüchtlingskrise? Fast schon vergessen. Soziale Spaltung? Davon merken die meisten nichts. Zerfall der Europäischen Union? Na und?

Doch die Gärungsprozesse innerhalb der Gesellschaft wird die Kanzlerin auch in einer vierten Amtszeit nicht stoppen. Die Populisten hierzulande, in Europa und weltweit gewinnen an Boden, und Merkel ist quasi das Gegenmodell zu dieser Entwicklung. Sie ist keine Großsprecherin, Schaumschlägerin oder Geschichtsvergessene, die den Menschen das verspricht, was sie hören wollen.

Ihr große Stärke ist zugleich ihre große Schwäche

Das ist ihre große Stärke, aber auch ihre große Schwäche, denn in diesen Zeiten wird politisch mit harten Bandagen gekämpft, siehe den USA-Wahlkampf oder das britische Referendum zum Brexit. Noch hat Merkel große internationale Reputation und mithin Deutschland auch.

Doch wird sie mit ihrer Vorstellung von Politik die Trumps, Putins, Erdogans, möglicherweise Le Pens zähmen können? Zweifel sind angebracht, denn zumindest hierzulande gelingt es ihr nicht, das Aufkommen der AfD zu kontern. Die kommende Kanzlerschaft dürfte noch mit dem System Merkel eine Zeit lang funktionieren. Vor der darauf folgenden kann einem Angst und Bange werden.

Von Rüdiger Ditz

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