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17:36 03.12.2017
Aden im Jemen. Quelle: imago/Xinhua
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Sanaa

Die Huthis

Die schiitischen Rebellen unter Führung von Abdul-Malik al-Huthi stammen aus dem Norden Jemens an der Grenze zu Saudi-Arabien und wurden lange von der Führung in Sanaa benachteiligt. Nach dem Einmarsch der USA im Irak und dann wieder beim Arabischen Frühling 2011 versuchten sie, die prowestliche Regierung von Langzeitpräsident Ali Abdullah Saleh zu stürzen. Sie sahen sich dabei selbst als Kämpfer gegen die Korruption der herrschenden Klasse.

Als Saleh tatsächlich abtreten musste, folgte ihm sein bisheriger Stellvertreter Abed Rabbo Mansur Hadi nach. Die Huthis lehnten das ab, bauten ihre militärische Stärke im Norden aus und eroberten im September 2014 schließlich die Hauptstadt Sanaa. In den folgenden Monaten rückten sie auch immer weiter in den Süden vor. Hadi, der zunächst in die Hafenstadt Aden geflohen war, musste ganz das Land verlassen.

Saudi-Arabien

Zu diesem Zeitpunkt, im März 2015, trat Saudi-Arabien auf Seiten Hadis militärisch in den Konflikt ein. Es scharte ein Bündnis sunnitischer Golfstaaten um sich, das begann, Luftangriffe auf die schiitischen Huthis zu fliegen. Auch auf dem Boden rückten die Golfstaaten gemeinsam mit Hadis Gefolgsleuten und verbündeten Stammeskämpfern gegen die Huthis vor und konnten ihnen in den folgenden Jahren einiges an Territorium abnehmen. Doch zumindest bis vor kurzem hatten die Huthis Sanaa und wichtige staatliche Instituionen unter ihrer Kontrolle.

Ali Abdullah Saleh

Diese Kontrolle bröckelt nun, denn seit Tagen liefern sich die Gefolgsleute von Ex-Präsident Saleh - Überbleibsel der von ihm aufgebauten und gut ausgerüsteten Armee - in Sanaa Gefechte mit den Huthis. Saleh war es über Jahrzehnte gelungen, mit harter Hand das Gewirr aus Stämmen und regionalen Interessen im Jemen zusammenzuhalten. Von 1978 bis 1990 war er Präsident des Nordjemens und anschließend bis 2012 des gesamten Landes.

Nachdem er durch Hadi ersetzt worden war, schlug er sich auf die Seite von dessen Feinden, den Huthis, obwohl diese ihn früher selbst entmachten wollten. Diese ohnehin wacklige Allianz zeigte seit einigen Monaten zunehmend Brüche. Angeblich stellten die Huthis Saleh zwischenzeitlich sogar unter Hausarrest. Zuletzt soll er über geheime Kanäle in die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem saudischen Bündnis darüber verhandelt haben, die Seiten zu wechseln. Was ihm von den Golfstaaten versprochen wurde, ist nicht bekannt. Aber es gibt einige im Jemen, die sich nach dem Bürgerkrieg der vergangenen Jahre in die Zeiten unter Saleh zurücksehnen.

Abed Rabbo Mansur Hadi

Während Saleh mit seinem Seitenwechsel seine Position aufwerten könnte, hat der Einfluss von Präsident Hadi zuletzt stetig abgenommen. Er lebt in Riad im Exil. Seit Februar war er nicht mehr an seinem Regierungssitz in Aden, weil Saudi-Arabien das für zu gefährlich hält. Die Vereinigten Arabischen Emirate arbeiten im Südjemen mit separatistischen Stämmen zusammen, die eine Abspaltung vom Norden anstreben, und haben damit seine Präsidentschaft zusätzlich untergraben. Es gilt als mehr als fraglich, ob er nach einem Ende des Bürgerkrieges an der Macht bleiben und die schwierige Aufgabe übernehmen kann, das gespaltene Land wieder zusammenzuführen.

Iran

Die schiitische Großmacht steht den Huthis traditionell nahe und unterstützt sie politisch und diplomatisch im Jemen, wo zwei Drittel der Bevölkerung Sunniten sind. Viele sehen den Bürgerkrieg in Jemen als Stellvertreterkonflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien.

Vorwürfe, dass es die Huthis auch bewaffne, dementiert Teheran. Um Waffenlieferungen zu verhindern, haben Saudi-Arabien und seine Verbündeten eine Seeblockade verhängt. Diese und die Stärke der saudischen Luftwaffe machen es mehr als unwahrscheinlich, dass der Iran ähnlich wie in Syrien auch im Jemen militärisch eingreift.

Von ap/RND

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