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Nachrichten Politik Dieser 18-Jährige fordert die Unabhängigkeit Bayerns
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10:37 10.10.2018
Tobias Bernhard hält einen bayerischen Löwen: Der 18-Jährige kandidiert auf der Liste der Bayernpartei für den bayerischen Landtag. Quelle: Stefan Puchner/dpa
München/Augsburg

Er macht derzeit als jüngster Kandidat für den bayerischen Landtag von sich reden – mit deutlichen Aussagen. „Bayern passt nicht zu Deutschland“, meint der 18-jährige Tobias Bernhard. Aus genau diesem Grund kandidiert er für die Bayernpartei. Denn die will den Freistaat laut Programm in die Unabhängigkeit führen und die angebliche „Vormundschaft durch Berlin“ beenden. Auch diese Forderung unterstützt Bernhard.

Als sein Großvater von der Kandidatur erfuhr habe er gefragt, ob es die denn überhaupt noch gebe, diese Bayernpartei. Das erzählte Bernhard jüngst der „Augsburger Allgemeinen“. Und plauderte auch sonst offen über seine Erwartungen an die Zukunft, die politischen wie die persönlichen.

Zunächst mal sei die Kandidatur ja gar nicht seine eigene Idee gewesen. Die Frage, ob er als Direktkandidat antreten wolle, sei aus den Reihen der Partei gekommen. „Zwei Sekunden“ habe er überlegt. Und dann zugesagt, so Bernhard.

Bernhard sympathisiert mit Unabhängigkeitsbewegungen

Bereits vor zwei Jahren trat er in den Jugendbayernbund ein, die Nachwuchsorganisation seiner jetzigen Partei. Damals besuchte er noch die Realschule Schwabmünchen und tauchte allenfalls dann in der Lokalzeitung auf, wenn er sich bei einem Geographie-Wettbewerb für die Teilnahme am Schüler-Landesausscheid qualifiziert hatte.

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Inzwischen spricht er mit der Presse lieber über die Vorteile einer Unabhängigkeit Bayerns: „Man muss mal allein an das Geld denken, das wir uns dann durch den Wegfall des Länderfinanzausgleichs sparen.“ Er ist überzeugt: Wäre Bayern ein eigener Staat, „wäre Deutschland nicht mehr ganz so dominant“, und das täte auch der EU gut. Unabhängigkeitsbestrebungen wie in Katalonien oder in Schottland, verfolge er mit Sympathie.

Dass er für eine Partei antritt, die schon seit 1966 nicht mehr im Landtag vertreten ist, stört Bernhard nicht. Seine Pläne macht er momentan ohne einen Sitz im Landtag. Gerade absolviert er ein Praktikum in einer Mälzerei, hat an der Fachoberschule Neusäß Fächer mit dem Schwerpunkt Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie belegt und könnte sich gut vorstellen, später einmal in einem Labor zu arbeiten. Politik und Geographie sind schließlich nicht seine einzigen Interessen – in der Frage der Unabhängigkeit Bayerns allerdings verbinden sie sich.

Von Kathi Flau/RND mit dpa

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