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Düsseldorf: Angeblich bis zu zehn Attentäter geplant

Extremismus Düsseldorf: Angeblich bis zu zehn Attentäter geplant

Gewissensbisse eines 25jährigen haben vermutlich einen Anschlag in Düsseldorf verhindert. Der war womöglich noch viel größer geplant als bisher angenommen. Laut "Spiegel" sollten weitere Attentäter im Ausland rekrutiert werden.

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Gefängniswagen vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Die Sicherheitsbehörden haben offenbar ein geplantes Blutbad an Passaten in Düsseldorf verhindert.

Quelle: Ronald Wittek

Karlsruhe. An dem geplanten islamistischen Terroranschlag in Düsseldorf sollten sich womöglich mehr Attentäter beteiligen als die vier gefassten Syrer. Der in Frankreich inhaftierte 25-Jährige habe den Ermittlern erzählt, zehn Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätten zuschlagen sollen.

Das berichteten "Der Spiegel" und die "Rheinische Post". Die zusätzlichen Attentäter sollten sich demnach zu den ursprünglichen vier Mitgliedern der Terrorzelle auf den Weg machen. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft bestätigte die Berichte am Freitag nicht.

Am Vortag hatten Spezialkräfte drei mutmaßliche IS-Terroristen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg festgenommen. Die Bundesanwaltschaft wirft den Männern im Alter zwischen 25 und 31 Jahren die Vorbereitung eines Anschlags in der Düsseldorfer Altstadt im Auftrag des IS vor.

In Karlsruhe wurden sie dem Haftrichter vorgeführt, alle drei kamen in Untersuchungshaft. Der vierte Terrorverdächtige sitzt bereits seit Februar in Paris hinter Gittern, Deutschland bemüht sich um seine Auslieferung.

Am Freitag wurden neue Details zu den mutmaßlichen Terroristen bekannt. Behörden bestätigten, dass die Männer in Deutschland als Flüchtlinge getarnt in Unterkünften für Asylbewerber lebten.

Abd Arahman A. K. (31) wurde in einer solchen Unterkunft in Leimen (Baden-Württemberg) festgenommen, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Mahood B. (25) wurde nach Angaben eines Stadtsprechers von einer SEK-Einheit in der Innenstadt von Mülheim/Ruhr (NRW) gefasst. Bereits am Donnerstag war bestätigt worden, dass Hamza C. (28) in einem Asylbewerberheim im brandenburgischen Bliesdorf festgenommen wurde.

Der in Paris inhaftierte und geständige Terrorverdächtige Saleh A. (25) lebte zeitweise in einem Flüchtlingsheim im niederrheinischen Kaarst (NRW). Der Mann sei seit März 2015 in dem Heim im Stadtteil Vorst gemeldet, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag und bestätigte Informationen der "Rheinischen Post". Saleh A. hatte sich den französischen Behörden am 1. Februar gestellt und von den Terrorplänen erzählt. Nach einem Bericht der französischen Zeitung "Le Monde" begründete er seinen Schritt damit, dass er "müde" sei.

Nach den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft sollten sich in Düsseldorf zunächst zwei Attentäter in die Luft sprengen und weitere dann mit Schusswaffen und Sprengsätzen so viele Menschen wie möglich töten. Konkrete Vorbereitungen gab es nach Erkenntnissen der Ermittler noch nicht.

Der Zugriff erfolgte nach "Spiegel"-Recherchen am Donnerstag, weil einer der Verdächtigen nach Südeuropa reisen wollte. Die Sicherheitsbehörden hätten befürchtet, er könne aus dem Visier der Ermittler geraten oder weitere Kämpfer nach Deutschland holen. Auch für diese Angaben gab es keine Bestätigung.

Laut "Rheinischer Post" gehen die Ermittler davon aus, "dass wir alle, die zu dieser Zelle gehören, haben. Der Informant hat in Frankreich gesagt, er sollte eine zehnköpfige Zelle aufbauen. Aber soweit wir wissen, sind es nur vier geworden."

Das Bundesinnenministerium erklärte, für eine grundsätzliche Bewertung des Falles und erst recht für Schlussfolgerungen sei es zu früh. Das gelte auch für die Frage, was für ein terroristisches Gefährdungspotenzial möglicherweise von einzelnen Flüchtlingen ausgehen könnte, sagte ein Sprecher in Berlin.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warnte davor, Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. Es sei ganz offensichtlich die Strategie des IS, Flüchtlinge in Misskredit zu bringen und Ängste vor ihnen zu schüren, indem man eigene Leute als Asylbewerber nach Europa einschleuse, sagte Wendt der dpa.

Deutschlands Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass sich weitere potenzielle Terroristen hier befinden. Anfang April hatte das Bundeskriminalamt die Zahl der islamistischen "Gefährder" auf rund 480 beziffert, die Hälfte davon halte sich derzeit im Ausland auf.

Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums teilte mit, aktuell führe der Generalbundesanwalt knapp 120 Verfahren mit gut 180 Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien - wegen Mitgliedschaft in oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

dpa

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