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20:00 30.03.2017
Vor genau zehn Jahren hatte der heutige US-Präsident Trump einen denkwürdigen Auftritt, der jetzt wieder zum Internet-Hit wurde. Quelle: imago
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Orlando/Florida

Wrestling-Superstar Steve Austin, ein glatzköpfiger Muskelberg in einem viel zu engen Tanktop, deutet einen Tritt in Richtung Magen an, greift Donald Trump in den Nacken und reißt ihn zu Boden. Wie ein nasser Sack plumpst der Milliardär auf die Ringmatte, die 80.000 Zuschauer jauchzen vor Vergnügen, die Stimme des Kommentators überschlägt sich: „Austin Just Stunned The Donald“ – frei übersetzt: Austin hat dem Donald die Lichter ausgeknipst. Vor genau zehn Jahre war das, bei „WrestleMania 23“. Seit ein paar Tagen ist der Videoclip in sozialen Medien wieder allgegenwärtig, Spötter verbreiten ihn als Symbol für das Scheitern von Trumps Gesundheitsreform. Wenn die „WrestleMania“, die größte Wrestlingshow der Welt, am Sonntag zum 33. Mal stattfindet, wird der amtierende US-Präsident nicht dabei sein. Seine Allianz mit der Wrestling-Liga „World Wrestling Entertainment“ (WWE) ist trotzdem enger denn je.

„Do What‘s Best for Business“

US-Präsident Donald Trump und WWE-Boss Vince McMahon haben einiges gemeinsam: Beide haben es in ihrem Leben zu unfassbarem Reichtum gebracht, beide lieben die überzogene Theatralik und beide handeln nach dem Leitmotiv: „Do What‘s Best for Business“ – tue das, was am besten fürs Geschäft ist. Schon vor fast drei Jahrzehnten erkannte der Immobilienmogul Trump, dass es gut fürs Geschäft ist, sich mit der weltweit populären Wrestlingliga WWE einzulassen: Zwei Mal fand die „WrestleMania“ im Trump Plaza in Atlantic City statt, immer wieder hatte Trump Gastauftritte im Wrestling-Zirkus WWE. Einmal wollte es die Storyline etwa, dass der Milliardär die populäre WWE-Fernsehshow „Monday Night Raw“, die jede Woche ein Millionenpublikum vor den Bildschirm lockt, von Vince McMahon kaufte. Nur um sie ihm eine Woche später zurück zu verkaufen – für den doppelten Preis, versteht sich. Im Jahr 2013 wurde „The Donald“ sogar in die WWE „Hall of Fame“, die Ruhmeshalle der Wrestling-Liga aufgenommen.

Der denkwürdigste Auftritt war aber jener bei der „WrestleMania“ im Jahr 2007. Im „Kampf der Milliardäre“ schickten Trump und McMahon jeweils einen Wrestler ihrer Wahl in den Ring, mit der Klausel, dass der Gewinner dem anderen die Haarpracht abrasieren dürfe. Man stelle sich vor: Donald Trump ohne Haare! Am Ende ließ natürlich WWE-Boss McMahon seine Locken, Trump legte selbst Hand an. Dass der anschließend auf dem Ringboden landete, sei lange kein ausgemachtes Ding gewesen, verriet WWE-Superstar Steve Austin unlängst: Die Berater Trumps seien strikt dagegen gewesen, ihren Boss der Wrestling-Aktion auszusetzen. Der Milliardär willigte trotzdem ein – Vince McMahon hatte ihn überzeugt, dass es „Best for Business“ ist, das Beste fürs Geschäft.

Frau von WWE-Boss in Trumps Kabinett

Inzwischen hat es Donald Trump bis ins Weiße Haus geschafft, an seiner engen Verbindung zur WWE hat das nichts geändert. Im Gegenteil: Im Dezember berief Trump Linda McMahon, die Frau von WWE-Boss Vince McMahon, in sein Kabinett. Die 68-jährige Republikanerin war selbst zweimal erfolglos bei der Senatswahl in Connecticut angetreten und hatte Trumps Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr mit sechs Millionen Dollar unterstützt. Jetzt ist sie in der US-Regierung für den Mittelstand zuständig.

„Linda ist eine der besten weiblichen Führungskräfte des Landes und berät Unternehmen rund um den Globus“, würdigte Trump seine langjährige Freundin und Geschäftspartnerin in einem Statement. McMahon werde „Jobs zurückbringen und die belastenden Regulierungen rückgängig machen, die unserem Mittelstand schaden“. Kurz gesagt: Sie zum Kabinettsmitglied zu machen, ist „Best for Business“, das Beste fürs Geschäft.

WWE zwischen Baum und Borke

Wenn am Sonntag in Orlando die 33. Auflage der „WrestleMania“ stattfindet, wird Donald Trump keine Rolle spielen, trotz seiner engen Verbindungen zur WWE. Zehn Jahre nach seinem berühmten Auftritt wird er von den Kommentatoren vermutlich nicht einmal erwähnt werden, genau wie er in den wöchentlichen Shows seit seinem Wahlsieg nicht erwähnt wird. Insider vermuten dahinter Kalkül der WWE: Minderheitengruppen mexikanischer oder lateinamerikanischer Abstammung sind unter den WWE-Fans überproportional Vertreten, und gerade die sind auf Donald Trump gar nicht gut zu sprechen. Nach außen eine neutrale Haltung zum US-Präsidenten zu wahren, ist für die WWE also „Best for Business“, das Beste fürs Geschäft. Dafür dürfte auch „The Donald“ Verständnis haben.

Von RND/Sebastian Heintz

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