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Erdogan lässt Merkel abblitzen

Nato Erdogan lässt Merkel abblitzen

Erst hat Verteidigungsministerin von der Leyen es versucht, jetzt Kanzlerin Merkel: Beiden ist es nicht gelungen, Abgeordneten den Besuch bei deutschen Soldaten in der Türkei zu ermöglichen. Das deutsch-türkische Verhältnis verschlechtert sich weiter.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel verlässt im Nationalstadion in Warschau eine Sitzung.

Quelle: Rainer Jensen

Warschau. Im Streit um das Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab.

Ein Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Rande des Nato-Gipfels in Warschau brachte keinen Durchbruch. "Dissense sind ja durch so ein Gespräch nicht weg. Aber ich glaube es war wichtig, dass wir gesprochen haben", sagte Merkel.

Die Gesprächsatmosphäre beschrieb sie als konstruktiv, sachlich und "in dem Bemühen, bestehende Konflikte auch zu lösen". Es seien "alle anstehenden Fragen" besprochen worden.

Es war das erste formelle Treffen der beiden seit der Verabschiedung der Armenier-Resolution im Bundestag Anfang Juni, durch die sich die deutsch-türkischen Beziehungen weiter verschlechtert haben. Das Parlament hatte das Vorgehen des damaligen Osmanischen Reiches gegen die Armenier vor mehr als hundert Jahren als Völkermord bezeichnet.

Anschließend untersagten die türkischen Behörden einem Parlamentarischen Staatssekretär und mehreren Bundestagsabgeordneten den Besuch der Bundeswehrsoldaten auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik. Eine Reise von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach Incirlik und Ankara in der vergangenen Woche führte nicht zu einer Aufhebung des Besuchsverbots.

Dessen ungeachtet beschlossen die Verteidigungsexperten aller Bundestagsfraktionen am Mittwoch, im September gemeinsam zu den Soldaten in der Türkei zu reisen. In Incirlik sind etwa 240 Bundeswehrsoldaten stationiert, die sich mit "Tornado"-Aufklärungsflugzeugen am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligen.

dpa

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