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Ermittler haben weitere IS-Akten zu deutschen Islamisten

Terrorismus Ermittler haben weitere IS-Akten zu deutschen Islamisten

Es war kaum vorstellbar: Im Frühjahr wurde bekannt, dass deutsche Ermittler an Personalbögen des IS gelangt waren. Nun haben sie weitere solcher Akten, auch zu deutschen Islamisten.

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Prozess gegen den mutmaßlichen Islamisten Halil D. in Frankfurt am Main (Archivbild). Viele Extremisten sind derzeit auf freiem Fuß, weil ihnen eine Zugehörigkeit zum IS bislang nicht nachgewiesen werden kann.

Quelle: Boris Roessler

Berlin. Deutsche Ermittler sind an weitere Personalunterlagen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gelangt, die neue Informationen über deutsche Islamisten enthalten.

Bereits im März war bekanntgeworden, dass die Sicherheitsbehörden Personalbögen haben, die vom IS angelegt werden, wenn ausländische Mitglieder in sein Herrschaftsgebiet einreisen. Jetzt geht es um IS-Akten, die bei deren Rückkehr erstellt werden. Diese liegen dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und "Spiegel-TV" teilweise vor. Sie geben den Angaben zufolge Auskunft über rund 400 Dschihadisten, darunter etwa 20 Deutsche.

"Viele der Daten sind plausibel und entsprechen unseren Erkenntnissen", sagte der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, dem Magazin. Derzeit analysiert das BKA, inwiefern sich die Echtheit auch vor Gericht belegen lässt.

Denn einige der in den Papieren genannten Extremisten sind derzeit auf freiem Fuß, weil ihnen eine Zugehörigkeit zum IS bislang nicht nachgewiesen werden konnte, wie das Magazin schreibt. In mehreren Fällen sollen die deutschen Behörden vor dem Aktenfund nicht einmal sicher gewusst haben, dass die mutmaßlichen Dschihadisten in Syrien waren.

Bis Mitte Juni waren aus Deutschland 820 Islamisten Richtung Syrien und Irak ausgereist, wie Münch damals der Deutschen Presse-Agentur gesagt hatte. Ein Drittel ist inzwischen wieder in die Bundesrepublik zurückgekehrt.

Die Unterlagen enthalten dem Bericht zufolge den Namen, die Nationalität, die Funktion beim IS, den Ausreiseort und den Grund der Rückkehr wie etwa Krankheit oder Familienbesuch, aber auch Einträge wie "Geheime Mission". Sie sollen wie die bereits bekannten Einreiseakten vom Schwarzmarkt im syrisch-türkischen Grenzgebiet stammen.

dpa

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