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Fast 70 Prozent der Deutschen für Präsidenten-Direktwahl

Bundespräsident Fast 70 Prozent der Deutschen für Präsidenten-Direktwahl

In acht Monaten wählt die Bundesversammlung ein neues Staatsoberhaupt. Wenn es nach der großen Mehrheit der Deutschen ginge, käme es dazu gar nicht. Denn die meisten wollen den Bundespräsidenten selbst wählen - und wissen auch schon wen.

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Laut einer aktuellen Umfrage will eine Mehrheit der Deutschen Frank-Walter Steinmeier als neuen Bundespräsidenten.

Quelle: Alexander Heinl

Berlin. Die meisten Bundesbürger wünschen sich eine Direktwahl des Präsidenten durch das Volk und trauen SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Amt am ehesten zu. Allerdings würde eine Mehrheit ein parteiunabhängiges Staatsoberhaupt bevorzugen.

Das geht aus diversen Umfragen hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Bundespräsident Joachim Gauck hatte am Montag seinen Verzicht auf eine zweite Amtszeit erklärt.

Wie eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ermittelt hat, würden 39 Prozent der Befragten eine Direktwahl "voll und ganz befürworten". Weitere 30 Prozent würden dies "eher befürworten". 12 Prozent würden eine Direktwahl "eher ablehnen", vier Prozent "ganz und gar ablehnen". Keine Angaben machten 15 Prozent.

Eine deutliche Mehrheit von 55 Prozent lehnt demnach mehr Macht für den Präsidenten ab. Auf die Frage, ob Deutschland überhaupt einen Bundespräsidenten braucht, antworteten 58 Prozent mit Ja und 30 Prozent mit Nein.

Nach einer Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Funke Mediengruppe können sich die Deutschen am ehesten Steinmeier als nächstes Staatsoberhaupt vorstellen. Danach trauen 52 Prozent der Bundesbürger dem SPD-Politiker zu, Gauck-Nachfolger zu werden.

Mit deutlichem Abstand folgen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, 35 Prozent), Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU, 33 Prozent) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne, ebenfalls 33 Prozent). Mit zehn Prozent auf dem letzten Platz von sieben vorgeschlagenen Persönlichkeiten liegt der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle.

Nach dem Verzicht Gaucks wird der nächste Präsident am 12. Februar 2017 durch die Bundesversammlung gewählt. Diese setzt sich aus den Bundestagsabgeordneten und aus ebenso vielen Delegierten der Länder zusammen. Das war 1949 im Grundgesetz wegen der Erfahrungen der Weimarer Republik so festgeschrieben worden. Vor der Machtübernahme der Nazis hatte der direkt gewählte Reichspräsident auch mit Notverordnungen regiert. Auch in Österreich wird der Bundespräsident direkt gewählt. Er hat zudem mehr Befugnisse als in Deutschland.

Nur neun Prozent stimmen in der YouGov-Umfrage für dpa der derzeit oft gehörten Forderung zu, das nächste Staatsoberhaupt sollte eine Frau sein. 14 Prozent finden, es sollte ein Mann sein, aber die übergroße Mehrheit sagt: "Es ist mir egal, welches Geschlecht der nächste Bundespräsident hat." 57 Prozent finden, das nächste Staatsoberhaupt sollte deutsche Wurzeln haben, zwei Prozent fänden ausländische Wurzeln gut, 35 Prozent ist es egal.

Nach einer weiteren Emnid-Umfrage für den "Focus" wünschen die Deutschen mehrheitlich, dass das nächste Staatsoberhaupt kein Parteibuch hat. Demnach sind 67 Prozent dafür, dass der nächste Bundespräsident parteilich ungebunden ist, während sich 20 Prozent einen Präsidenten mit Parteibuch wünschen.

dpa

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