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Politik Fidel Castro: Sein Leben in 14 Bildern
Nachrichten Politik Fidel Castro: Sein Leben in 14 Bildern
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12:24 26.11.2016
Oben links: Fidel Castro 1961 mit Osvaldo Dorticos (M. und Ernesto Che Guevara (r.). Oben rechts: Fidel Castro 1989 mit Mikhail Gorbachev. Unten links: Fidel Castro 2006. Unten rechts:Fidel Castro im September 2015 mit Papst Franziskus. Quelle: dpa / afp
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Havanna

Der Máximo Líder war schon oft für tot erklärt worden. Doch Kubas Revolutionsführer hielt sich zäh. Er trotzte in seiner Amtszeit zehn US-Präsidenten, installierte ein sozialistisches Regime direkt vor der Haustür des Erzfeindes, überlebte angeblich über 600 Mordanschläge. Gut drei Monate nach seinem 90. Geburtstag ist Fidel Castro nun am Freitag (Ortszeit) gestorben. Ein Rückblick auf sein Leben – in 14 Bildern.

Undatierte Jugendaufnahme des späteren kubanischen Staats- und Parteichefs Fidel Castro. Quelle: UPI

Nach offiziellen Angaben wird Fidel Castro Ruz am 13. August 1926 geboren. Er kommt in dem Ort Birán im Osten Kubas als unehelicher Sohn eines spanischstämmigen Großgrundbesitzers und dessen Hausangestellter zur Welt. Er geht mit den Kindern der Landarbeiter zur Schule und lernt schon als kleiner Junge die bittere Armut kennen, in der die meisten Kubaner leben.

Fidel Castro wollte „Ruhm und Glorie“

Nach dem Abitur nimmt Castro ein Jura-Studium in Havanna auf. Sofort mischt er in der Uni-Politik mit, die von Gangstern und parteinahen Schlägertrupps dominiert wird. Mit seinen Ambitionen hält der junge Mann nicht hinter dem Berg. Er wolle „Ruhm und Glorie“, beschreibt er in einem Gespräch mit Kommilitonen seine Lebenspläne. Vom spartanischen Revolutionär ist Castro damals noch weit entfernt: Er trägt Nadelstreifenanzug und fährt ein Cabriolet.

Das Bild aus dem Jahr 1941 zeigt Fidel Castro (l.) und seinen Bruder und Amtsnachfolger Raul Castro in Santiago de Cuba, Kuba. Quelle: Handout

Nach dem Examen gründet er mit zwei Kollegen eine Anwaltskanzlei. Seine wahre Leidenschaft gilt allerdings längst der Politik. 1952 kandidiert er für einen Sitz im Kongress. Doch dann putscht General Fulgencio Batista und sagt die Wahlen ab. Damit verhindert er eine zivile Karriere des Politikers Fidel Castro und erschafft einen Revolutionär.

„Die Geschichte wird mich freisprechen“

Mit einer Handvoll Getreuen überfällt Castro am 26. Juli 1953 die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba. Doch die Aktion ist dilettantisch geplant, die Soldaten schlagen die Attacke zurück. Castro wird vor Gericht gestellt und sagt in einer flammenden Verteidigungsrede: „Verurteilt mich, die Geschichte wird mich freisprechen.“

Fidel Castro mit einer Handvoll Getreuer nach dem Angriff auf Moncada-Kaserne (Archivbild vom 26. Juli 1953). Quelle: -

Er wird zu 15 Jahren Haft auf einer Gefängnisinsel verurteilt, kommt dank einer Amnestie allerdings bereits nach zwei Jahren wieder frei. Mit seinem Bruder Raúl geht er nach Mexiko und baut dort einen Stoßtrupp auf, um die Revolution nach Kuba zu tragen. Im Exil lernt er seinen argentinischen Mitstreiter Ernesto „Che“ Guevara und den kubanischstämmigen Militärexperten Alberto Bayo kennen, der ihn in die Feinheiten der Guerilla-Taktik einweiht.

Fidel Castro iim Miguel Schultz Gefängnis am 1. Januar 1956. Quelle: Handout

Ende 1956 kehrt Castro nach Kuba zurück– an Bord der Jacht „Granma“ und begleitet von 81 Kämpfern . Nach zunächst schweren Verlusten macht die Revolutionsarmee immer mehr Boden gut und geht Ende 1958 in die Offensive. In der Silvesternacht flieht Diktator Batista, am Neujahrsmorgen 1959 verkündet Castro den Sieg der Revolution.

Der 33-jährige Fidel Castro mit dem 31-jährigen Ernesto Che Guevara (Archivbild von 1959). Quelle: afp

Mit harter Hand baut er Kuba um: Er lässt nicht nur ausländische Unternehmen beschlagnahmen, er enteignet auch seine eigene Familie. „Was zum Teufel macht Ihr mit meinem Land?“, soll seine aufgebrachte Mutter Lina geschimpft haben. Gleichzeitig leitet Castro eine Bildungsoffensive ein und gewährt allen Bürgern Zugang zu kostenloser medizinischer Versorgung.

Kubas Ministerpräsident Fidel Castro (l.) mit Kubas Präsident Osvaldo Dorticós (M.) und Industrieminister Ernesto Che Guevara (Archivbild vom 1. Mai 1961) Quelle: afp

Mit der Landreform bringt er allerdings auch den mächtigen Nachbarn USA gegen sich auf. Washington verhängt ein Handelsembargo gegen die Karibikinsel und versucht mit der Invasion von bewaffneten Exilkubanern in der Schweinebucht das Ruder noch einmal herumzureißen. Einen neuen Verbündeten findet Castro in Moskau. Die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba bringt die Welt 1962 an den Rand eines Atomkriegs.

Fidel Castro mit Nikita Khrushchev (damals Parteichef der KPdSU und Regierungschef der UdSSR) während eines vierwöchigen Besuchs in Moskau. Quelle: afp

Castro ist nicht nur der unumstrittene „Máximo Líder“ auf Kuba, sondern positioniert sich auch als wichtiger Führer der Bewegung der Blockfreien Staaten. „Er hat gezeigt, dass sozialistische Revolutionen in der Dritten Welt möglich sind“, sagt Kuba-Experte Bert Hoffmann vom GIGA-Institut für Lateinamerika-Studien in Hamburg. „Kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung waren weltweit bewunderte Errungenschaften.“

1989 wurde der damalige Generalsekretär der KPdSU, Mikhail Gorbachev (r.), von Fidel Castro zu einem Besuch auf Kuba begrüßt. Quelle: afp
Fidel Castro während einer Debatte im Parlament (Archivbild vom 21. Juli 1998): Er zeigt ausländischen Journalisten die Tür. Quelle: afp

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stürzt Kuba in eine tiefe wirtschaftliche Krise. Viele Kubaner erinnern sich noch heute mit Schaudern an die Entbehrungen während der sogenannten Sonderperiode Anfang der 1990er Jahre. Durch eine Forcierung des Tourismus und eine Kooperation mit dem ölreichen Venezuela kann die sozialistische Regierung den Zusammenbruch schließlich verhindern.

Papst Johannes Paul II. wird von Fidel Castro in Havanna empfangen (Archivbild vom 25. November 2005). Quelle: afp

Wegen einer komplizierten Operation tritt Fidel Castro am 31. Juli 2006 zunächst vorläufig zurück, zwei Jahre später wird sein Bruder Raúl dann offiziell als Staatschef bestätigt. Er hat nicht das Charisma seines großen Bruders, führt dessen politisches Projekt aber zunächst ohne große Brüche weiter.

Fidel Castro – diese Aufnahme entstand wenige Tage bevor er 2006 vorläufig zurücktritt. (Archivbild vom 26. Juli 2006). Quelle: Alejandro Ernesto
Papst Franziskus besucht Fidel Castro (Archivbild vom 20.September 2015) Quelle: afp

Zuletzt kommentierte Fidel Castro das Weltgeschehen noch von Zeit zu Zeit in den Leitartikeln der Parteizeitung „Granma“. Die Annäherung an den einstigen Erzfeind USA sah er zumindest kritisch. „Wir haben es nicht nötig, dass das Imperium uns was schenkt“, schrieb Castro nach dem historischen Besuch von US-Präsident Barack Obama im März.

Eine der letzten Aufnahmen von Fidel Castro (Archivbild vom 22. September 2016). Quelle: AFP PHOTO/GRANMA

Am Freitag (Ortszeit) teilte sein Bruder, Staatschef Raúl Castro, im staatlichen Fernsehen mit, dass Fidel Castro am späten Freitagabend im Alter von 90 Jahren in der Hauptstadt Havanna gestorben ist.

Kubas Staatschef Raúl Castro teilt im staatlichen Fernsehen mit, dass sein Bruder Fidel gestorben ist. Quelle: Handout

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Von RND/dpa/afp

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