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Nachrichten Politik Flüchtlinge finden in Deutschland kaum Arbeit
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09:58 19.12.2016
Nur ein Bruchteil der Flüchtlinge findet einen Job in Deutschland. Quelle: dpa
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Berlin

In den vergangenen Monaten hat nur ein Bruchteil der Flüchtlinge in Deutschland reguläre Arbeit erhalten. Von Dezember 2015 bis November 2016 schafften 34.000 Einwanderer aus den acht wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern den Schritt in den Arbeitsmarkt. 22 Prozent dieser 34.000 Einwanderer seien Leiharbeiter. An zweiter Stelle standen wirtschaftsnahe Dienstleistungen ohne Zeitarbeit mit 20 Prozent.

Allerdings: 406.000 arbeitssuchende Flüchtlinge sind bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern registriert, 160.000 davon als arbeitslos erfasst. 2015 und in den ersten elf Monaten 2016 beantragten laut Bundesinnenministerium knapp 1,2 Millionen Menschen hierzulande formell Asyl.

Zeitarbeit baut Hemmschwellen ab

Eine Illusion wäre es aus Sicht des Direktors des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, zu glauben, „dass wir eine große Zahl der Geflüchteten in unseren gut bezahlten Industriearbeitsplätzen wie beispielsweise der Automobilindustrie haben werden“. Zeitarbeit habe für Migranten aber eine besondere Funktion. „Viele Betriebe sind erst einmal skeptisch, Zeitarbeit hilft, erste Bedenken zu nehmen.“

Joachim Möller, Direktor des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), hat die Zahlen analysiert. Quelle: Uni Regensburg

Im Ein-Euro-Job-Programm für Flüchtlinge gibt es rund vier Monate nach dem Start noch weit weniger solche Arbeitsgelegenheiten als insgesamt geplant. „Nach ersten Zahlen entstanden bisher rund 5000“, sagte Möller. Das von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) initiierte Programm startete am 1. August und soll 100.000 öffentlich geförderte Jobs für Flüchtlinge schaffen.

60.000 neue Jobs entstanden durch Flüchtlinge

Durch die Flüchtlingsmigration entstanden auch Arbeitsplätze. „Wir rechnen mit einer Größenordnung im mittleren fünfstelligen Bereich, mit etwa 50.000 oder 60.000“, sagte Möller. „Beschäftigungszuwachs gab es etwa im Bau, bei außerschulischen Lehrtätigkeiten und Sprachlehrern, Wachleuten, Sozialarbeitern und in der öffentlichen Verwaltung.“

Wenn man beispielsweise an die Wiedervereinigung denke, könne man festhalten: „Wir haben in Deutschland schon ganz andere Aufgaben als den Flüchtlingszuzug gemeistert“, sagte Möller. „Es war eine humanitäre Entscheidung.“

Von RND/dpa

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