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Forscher: Islamfeindlichkeit rückt in Mitte der Gesellschaft

Religion Forscher: Islamfeindlichkeit rückt in Mitte der Gesellschaft

Die Berichterstattung über Terrorakte und Straftaten junger muslimischer Männer befeuert eine islamkritische Stimmung. Islamische Theologen beschäftigen sich mit rassistischen Vorurteilen gegen Muslime.

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Der Osnabrücker Wissenschaftler Habib El Mallouki sieht eine zunehmend islamkritische Stimmung im Land.

Quelle: Elena Scholz

Osnabrück. Angesichts von Terrorakten islamistischer Täter in Paris und Istanbul sowie Berichten über sexuelle Übergriffe junger Muslime in der Silvesternacht beklagen islamische Theologen eine Zunahme anti-islamischer und rassistischer Vorurteile.

Studien zeigten, dass Rassismus gegen Muslime tief in der europäischen und deutschen Bevölkerung verwurzelt sei und mittlerweile in die Mitte der Gesellschaft rücke, sagte der Osnabrücker Wissenschaftler Habib El Mallouki der Deutschen Presse-Agentur. "Dieser latente Rassismus offenbart sich mehr und mehr und wird langsam salonfähig", klagte El Mallouki vor Beginn einer Fachtagung über antimuslimischen Rassismus, die von Donnerstag bis Samstag in Osnabrück veranstaltet wird.

Täter würden zu Unrecht mit dem Islam als Religion in Verbindung gebracht: "Was hat eine Weltreligion eigentlich mit Menschen zu tun, die auf ganzer Linie alle ihre Gebote missachten?" Die Öffentlichkeit müsse zwischen der Religion und den Tätern unterscheiden, forderte der Professor des Universitätsinstituts für Islamische Theologie.

Die Stereotypen über den Islam seien, dass er eine antidemokratische, frauenfeindliche, antichristliche, antimoderne Religion sei. "Auch in den jüngsten Diskussionen wurde der Islam sofort auf diese Schiene abgeschoben", sagte el Mallouki zu den Debatten nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln und anderen Städten.

Der Osnabrücker Islamwissenschaftler Bülent Ucar sieht einen der Gründe für Straftaten wie in der Kölner Silvesternacht in der verbreiteten Machokultur im Orient. Bei den Flüchtlingen, die derzeit in Deutschland ankämen, habe man es "vor allem mit jungen Männern zu tun, die getrennt von ihren Familien und Frauen sind", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). In Deutschland seien diese Männer auf sich alleine gestellt und hätten zunächst keinen echten Kontakt zur deutschen Gesellschaft. "Damit haben sie auch wenig Möglichkeiten, Frauen kennenzulernen", sagte Ucar. "Das führt möglicherweise beim ein oder anderen zu einer Frusthaltung und entlädt sich in solchen Exzessen."

In den Medien werde suggeriert, "dass jeder muslimische Mann und alle Flüchtlinge Menschen sind, die potenziell Frauen herabwürdigen". Das sei jedoch eine Verzerrung der Realität, sagte Ucar.

dpa

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